„Einmal normal bitte“, kommt einem immer wieder zu Ohren, wenn es nach der 6. Stunde in der Schule in den Speisesaal geht. Gemeint damit? Das „normale“ Essen, mit Fleisch. Nicht vegetarisch. Aber warum ist es für uns Menschen so selbstverständlich geworden, Dinge, die zur Mehrheit dazugehören, als „normal“ zu bezeichnen. Wer hat festgelegt, was „normal“ ist, und was nicht? Gibt es überhaupt ein „normal“?
Unsere Welt ist glücklicherweise ein Ort voller Vielfalt und Diversität. Überall gibt es unzählige Unterschiede, die unsere Welt bunt und lebhaft machen. Egal ob Hautfarbe, Augenfarbe, Kultur, Religion, Interessen, Charakter oder das Alter. Wie langweilig wäre es denn, wenn wir alle gleich wären? Diskussionen fänden keinen aufbrausenden Verlauf und alle wären sich immer einig und einer Meinung. Aber warum gibt es den Begriff „normal“ dann überhaupt?
Sind braune Augen "normal", weil sie häufig sind?
Menschen glauben, wenn etwas einer Mehrheit entspricht, sei es „normal“. Normalität bezieht sich laut Definition auf etwas, was als typisch oder durchschnittlich angesehen wird. Etwas 70 bis 80 Prozent aller Menschen auf der Welt haben braune Augen. Ungefähr 98 Prozent haben braune bis schwarze Haare. Gilt dies deswegen als „normal“? Ist "nicht normal“, wer nicht diesem Aussehen entspricht? Wohl kaum. Wir müssen uns nur umsehen, und schon würden wir mindestens eine Person als nicht dieser Norm entsprechend abstempeln.
Normalität unterscheidet sich von Kultur zu Kultur. Es gibt mehr als 7.000 Kulturen, geschätzte 4.300 Religionen und mehr als 7.100 Sprachen auf unserer Welt. Doch genau das ist Vielfalt, die jedem einzelnen Individuum eine Einzigartigkeit zuteilt. Die Welt wäre doch viel zu langweilig, wäre alles und Jede*r gleich.
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