Im letzten Schuljahr gab es eine Situation in der Schule, die mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Ich war über längere Zeit krank und konnte deshalb nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen.
Die meisten Lehrpersonen zeigten dafür Verständnis. Eine Lehrperson reagierte jedoch anders. Obwohl ich alle Aufgaben sorgfältig nachholte, gab sie mir wegen meiner Krankheit zwei schlechtere Noten. Sie sagte mir, ich habe zu oft gefehlt. Für mich war das schwer nachzuvollziehen, da ich mir trotz meiner Krankheit große Mühe gab und mein Fehlen nicht absichtlich war.
Wenn alles vergebens ist
In dieser Situation fragte ich mich, wie fair Schule in solchen Fällen eigentlich ist. Ich bemühte mich, holte alle Aufgaben nach und trotzdem zählte am Ende meine Anwesenheit mehr als meine Leistung.
Diese Erfahrung machte mich traurig und hilflos. Ich hatte das Gefühl, dass mich jemand für etwas bestrafte, wofür ich nichts konnte. Gleichzeitig merkte ich, wie stark Schülerinnen und Schüler von den Entscheidungen einzelner Lehrpersonen abhängig sind. Wenn Lehrpersonen kein Verständnis zeigen, kann das große Auswirkungen auf Motivation und Selbstvertrauen haben.
Ich hätte mir gewünscht, dass Lehrpersonen Leistung und Einsatz stärker bewerten als bloße Anwesenheit. Krankheit ist keine Ausrede, sondern eine Realität. Gerade in solchen Situationen sollten Lehrpersonen genau hinsehen und fair entscheiden.
Aus dieser Erfahrung können sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrpersonen etwas lernen: Fairness bedeutet nicht, alle gleich zu behandeln, sondern unterschiedliche Lebenssituationen zu berücksichtigen. Manchmal bräuchte es zusätzlich eine unabhängige Unterstützung, eine Stelle oder Person, die vermittelt, zuhört und darauf achtet, dass niemand wegen seiner Situation benachteiligt wird.
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