Ich konnte einfach nicht mehr
Wirklich: Ich konnte einfach nicht mehr!
Es war nicht einer dieser Tage, an denen alles sichtbar zusammenbricht. Ich habe mich bemüht, normal zu wirken. Ich habe geredet und gelächelt.
Aber innerlich fühlte ich mich leer und ausgebrannt. Mein Kopf arbeitete ohne Pause. Ich dachte an all die Dinge, die ich noch erledigen musste, an meine Fehler und an die möglichen Konsequenzen. Es war, als würde alles auf mich einwirken und mich überfordern.
Irgendwann wurde mir klar, dass ich das nicht mehr lange durchhalten konnte. Also bin ich einfach losgegangen.
Ich bin eigentlich nicht losgegangen, ich bin geflüchtet!
Ich bin nicht mutig losgegangen, ich bin geflohen.
Wenn ich ehrlich bin, war es kein besonderer Spaziergang. Ich bin gegangen, weil ich weg wollte, weg von diesem Gefühl der Überforderung, weg von mir selbst.
Die ersten Minuten waren schrecklich. Ich hatte ein enges Gefühl in der Brust und meine Gedanken waren laut. Ich überlegte sogar, umzudrehen und zurückzugehen.
Aber ich bin weitergelaufen, ohne Ziel, ohne Plan.
Und dann wurde es allmählich besser
Und dann wurde es ganz langsam weicher!
Irgendwann merkte ich, dass meine Schritte gleichmäßiger wurden. Ich lief nicht mehr so verkrampft und spürte plötzlich die Luft wieder.
Es war nichts Magisches, kein großer Moment. Es war eher so, als würde jemand den Lautstärkeregler in meinem Kopf langsam herunterdrehen.
Nicht auf null, aber so weit, dass ich mich selbst wieder hören konnte.
Zum ersten Mal an dem Tag war ich nicht im Kampf!
Zum ersten Mal an dem Tag fühlte ich mich nicht mehr unter Druck.
Draußen erwartete niemand etwas von mir. Keiner wollte eine Antwort oder eine Erklärung. Keiner wollte, dass ich stark bin.
Ich musste nichts erklären, nichts entscheiden, nichts kontrollieren. Ich durfte einfach nur gehen.
Und vielleicht war genau das der Punkt, an dem mein Körper und mein Geist merkten: Du bist gerade sicher.
Es hat mich nicht geheilt, aber gehalten!
Es hat mich nicht geheilt, aber gehalten.
Meine Probleme waren danach nicht weg. Mein Leben war nicht plötzlich leichter.
Aber ich war nicht mehr kurz davor, zusammenzubrechen.
Es war, als hätte dieser Spaziergang mich für einen Moment aufgefangen. Als hätte ich mich selbst ein kleines Stück gehalten, einfach indem ich weitergegangen bin.
Und manchmal ist das genug.
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