Was ein kleiner Spaziergang bei mir alles auslösen kann

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Volontärin · HLA Baden
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19.04.2026
3 Min.

Beim Spazierengehen fühle ich mich oft weniger träge als wenn ich lange zu Hause sitze. Bewegung tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch der Psyche. Genau das nutze ich bewusst für mich aus.

Spazierengehen ist für mich die beste Medizin. (Foto: wonderlane/unsplash)

Still sitze ich am Schreibtisch. Vor mir liegen meine Unterlagen, ordentlich gestapelt, der Text ist markiert, alles wirkt perfekt vorbereitet. Und trotzdem bleibt nichts hängen. Ich lese denselben Absatz zum dritten Mal, starre auf die Wörter, aber in meinem Kopf passiert kaum etwas.

Viele stellen sich Lernen genau so vor: still sitzen, konzentriert schauen und hoffen, dass irgendwann etwas hängen bleibt. Aber was, wenn genau das Gegenteil besser funktioniert?

Learn smart, not hard

Wenn ich mich auf eine Schularbeit vorbereite, nehme ich meinen Hund an die Leine und gehe mit ihm spazieren. Draußen, an der frischen Luft, verändert sich plötzlich alles. Während wir gehen, habe ich mein Handy in der Hand und gehe den Stoff durch. Manchmal lese ich mir etwas laut vor, manchmal bleibe ich kurz stehen, wenn ich etwas wirklich verstehen will. Und ja, manchmal werde ich auch abgelenkt – von meinem Hund, von Geräuschen oder von meinen eigenen Gedanken. Aber genau das hilft mir oft sogar, weil ich danach wieder klarer zurück zum Stoff finde.

Der Spaziergang ist nie gleich. Mal gehe ich durch ruhige Wege, mal schneller, mal bleibe ich stehen und wiederhole etwas im Kopf. Schritt für Schritt arbeite ich mich so durch den Stoff, bis ich merke, dass er nicht nur gelesen, sondern wirklich verstanden wird. Dabei tue ich nicht nur meinem Kopf etwas Gutes, sondern auch meinem Körper. Es fühlt sich nicht wie klassisches Lernen an, eher wie eine Pause, die gleichzeitig produktiv ist.

Ich erinnere mich an einen Moment während eines Spaziergangs, als ich einen besonders schwierigen Begriff einfach nicht verstanden habe. Ich bin den Weg entlanggegangen und habe ihn mehrmals laut wiederholt. Mein Hund blieb kurz stehen, weil er etwas Interessantes gerochen hat, und ich musste ebenfalls anhalten. Genau in diesem Moment hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Der Zusammenhang war auf einmal klar – als hätte mein Kopf genau diese kleine Pause gebraucht, um alles einzuordnen.

Warum Bewegung im Kopf etwas auslöst

Ich habe generell gemerkt, dass ich mir Dinge viel besser merken kann, wenn ich mich bewege. Mein Kopf fühlt sich freier an, als würde er erst durch Bewegung richtig „anspringen“. Besonders nach dem Sport, zum Beispiel nach einem anstrengenden Lauf, bin ich zwar körperlich erschöpft, aber gleichzeitig klar und zufrieden im Kopf.

Warum hilft Bewegung eigentlich beim Lernen? Durch körperliche Aktivität wird das Gehirn besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Dadurch steigt die Konzentrationsfähigkeit, und neue Informationen lassen sich leichter aufnehmen. Gleichzeitig hilft Bewegung dabei, Gedanken zu ordnen: Statt starr auf einen Text zu schauen, verknüpft das Gehirn Inhalte freier und oft auch kreativer.

Auch heute bin ich wieder spazieren gegangen, um mir den Philosophiestoff einzuprägen. Vorher hatte ich das Gefühl, nichts zu verstehen. Jetzt sitzt vieles – zumindest das, was für den Test relevant ist.

Ich glaube, viele unterschätzen, wie sehr Bewegung beim Lernen helfen kann. Man muss nicht immer perfekt am Schreibtisch sitzen, um produktiv zu sein. Vielleicht reicht es schon, einfach aufzustehen, nach draußen zu gehen und es selbst auszuprobieren. Manchmal kommt das Verstehen nämlich nicht im Sitzen, sondern beim Gehen.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Medizinische Universität Graz.

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