Wie wir uns selbst nur unnötig abhetzen und was wirklich dagegen hilft

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27.03.2026
3 Min.

Jeder kennt es: das Gefühl, von To-dos und Terminen überrollt zu werden, als würde die Zeit nie ausreichen. Aber ist Stress wirklich die Lösung oder nur eine Illusion, die uns unser Gehirn vorgaukelt?

Stress entsteht in uns und nicht im Außen. Denkt darüber nach. (Foto: Pixabay)

Dauerstress

Ich renne durch die Straßen, die Tasche schwer auf der Schulter, das Handy klingelt ununterbrochen und im Kopf rast die To-do-Liste. Ampeln werden rot, Menschen drängen vorbei, und ich hetze weiter, weil ich das Gefühl habe, nie genug Zeit zu haben. Dabei fällt mir auf, dass diese Hektik in meinem Kopf beginnt, eigentlich könnte alles ruhig sein, wenn ich innehalte und Prioritäten setze.

Ich kenne einige Menschen, die immer gestresst sind und dies damit begründen, dass sie so viel zu tun hätten und nicht hinterherkommen. Das stimmt auch, sie haben viele Dinge zu erledigen, doch komisch, dass der Stress nie nachlässt, egal was sie schon alles erledigt haben. Was, wenn ich dir sage, dass ich der Meinung bin, Stress ist nur eine Illusion, die unser menschliches Gehirn real wirken lässt? Denn wir stressen uns oft, obwohl es gar keinen Sinn hat.

Lass mich das an ein paar Beispielen zeigen: Du schreibst morgen eine Schularbeit und hast noch nicht viel gelernt, deshalb bist du innerlich total gestresst. Doch was nützt dir dieser Stress? Kannst du so besser lernen?

Anderes Beispiel: Du hast extrem viel zu tun und läufst nur von einer Sache zur anderen, begründest deinen Stress damit, dass du so viel erledigen musst. Hast du dich schon mal gefragt, ob wirklich alles, was du tust, sinnvoll ist? Oder ob du einfach keine Prioritäten setzt? Vielleicht würdest du mehr Zeit für die wichtigen Dinge haben, wenn du die Stunden, die du am Handy verbringst, anders nutzen würdest.

Was Stress mit Innenleben zu tun hat

Ich glaube, dass Stress oft ein Zeichen dafür ist, dass man keine Prioritäten setzen kann. Es ist immer leichter zu sagen: „Ich habe so viel zu tun, du kannst ja gut reden“, als innezuhalten und sich zu fragen, worauf es wirklich ankommt und warum das Nervensystem überlastet ist.

Kurz gesagt: Stress ist oft nur das Weglaufen vor dem Innehalten. Natürlich meine ich nicht, dass man sich nicht beeilen soll, wenn man spät dran ist. Ich schreibe vor allem über Dauerstress und überreizte Nervensysteme, die nur noch funktionieren.

Was ich gegen Stress unternehme

Bei mir selbst kommt es natürlich auch vor, dass ich gestresst bin, dann eher als innere Unruhe. In solchen Momenten ist meine beste Medizin Meditation. Ich setze mich auf den Boden, meist im Schneidersitz, erde mich, lausche einer geführten Meditation auf YouTube oder konzentriere mich einfach auf meine Atmung. So lasse ich meinen Verstand los und tauche in eine andere Welt ein, die mir etwas mitteilen kann. Das hilft mir, wieder in meine Mitte zu kommen und die Unruhe loszulassen. Besonders gut gelingt das auch in der Natur, beim Spielen eines Instruments oder in kreativen Tätigkeiten.

Wenn es um Fristen geht, die ich einhalten muss, bin ich eher der Typ, der sich erst kurz zuvor stresst und alles auf den letzten Drücker erledigt, statt tagelang vorher. Lieber kurz stressen als ewig lang. Das weiß jeder, der mit mir befreundet ist – ich komme immer auf den letzten Drücker.

Vergiss nicht: Ich sage immer, man hat nie keine Zeit, man nimmt sie sich nur nicht.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Medizinische Universität Graz.

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