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Warum wir nach dem Handyblick erst recht nichts wissen

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Redakteur · BG / BRG Schwechat
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12.07.2026
2 Min.

Wegen Bauarbeiten fährt die Bahn mal wieder nicht. Also muss ich am Bahnhof auf den Schienenersatzverkehr Bus warten. Nervig, aber perfekt, um Leute zu beobachten. Dabei ist mir ein Typ aufgefallen, der etwas getan hat, das wir alle ständig machen, ohne es zu merken. Hier ist meine Beobachtung über uns und unsere Handys beim Warten.

Einmal schauen reicht nicht. Warum das Handy unser bester Freund ist, wenn der Bus mal wieder Verspätung hat. (Foto: Mart Production via Pexels)

Ich stehe gestern Nachmittag am Bahnhofsplatz. Wegen der Baustelle auf den Schienen geht gar nichts, alle müssen in diesen einen Ersatzbus quetschen. Der hat natürlich Verspätung und die Leute sind eh schon alle genervt. Neben mir steht ein Junge, der schaut ziemlich gelangweilt in die Gegend und weiß nicht recht, wohin mit seinen Händen. Und dann passiert der klassische Bewegungsablauf, er greift in die Tasche, holt sein Handy raus, starrt drei Sekunden lang auf den gesperrten Bildschirm, sperrt es wieder zu und steckt es weg. Das Lustige daran? Keine Sekunde später holt er es wieder raus, macht es an und schaut noch mal drauf. Er hat beim ersten Mal einfach überhaupt nicht gecheckt, wie spät es eigentlich ist.


Das sinnlose Wischen gegen die Langeweile

Ich habe ihn dann ein bisschen genauer beobachtet. Er hat das Handy entsperrt, aber er hat keine Nachricht geschrieben und auch kein Video angeschaut. Er hat einfach nur auf dem Bildschirm hin und her gewischt. Einmal nach links, einmal nach rechts. Dann hat er ganz kurz die Wetter App geöffnet und sie sofort wieder zugemacht (ohne überhaupt auf das Wetter zu schauen) und das Handy wieder weggesteckt. Es war, als müsste er seinen Fingern einfach nur irgendeine Beschäftigung geben, damit er beim Warten auf den Ersatzbus nicht nur dumm in der Gegend herumsteht.

Bloß nicht unbeschäftigt aussehen

Am besten war aber der Moment, als der Bus dann endlich um die Ecke gebogen ist und alle sich zum Einstieg gedrängt haben. Sofort ging sein Griff wieder zum Handy. Auf einmal hat er total konzentriert dreingeschaut als würde er gerade die wichtigste Nachricht seines Lebens tippen. Dabei hat er wahrscheinlich nur den Bildschirm hellgemacht, um sich hinter dem Display zu verstecken. Wir benutzen das Handy heute gar nicht mehr nur zum Schreiben. Es ist wie ein Schutzschild geworden. Sobald wir irgendwo blöd warten müssen, ziehen wir es heraus, um beschäftigt auszusehen. Und am Ende wissen wir erst recht nicht wie spät es ist.





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