Im Supermarkt greift fast jeder automatisch nach dem Produkt, das ganz vorne im Regal steht. Erst wenn die Packung eine kleine Delle hat oder schief liegt, nimmt man plötzlich die dahinter. Obwohl beide genau gleich sind, wirkt die hintere irgendwie „besser“. Niemand weiß, wer die vordere Packung schon in der Hand hatte, aber allein der Gedanke reicht aus, um sie liegen zu lassen.
Dabei ist das eigentlich merkwürdig: Im selben Moment legen wir unseren Einkauf aufs Kassenband, wo ihn ebenfalls unzählige fremde Hände berühren könnten, und das stört uns kaum.
Vielleicht geht es gar nicht um Hygiene. Vielleicht möchten wir unbewusst etwas auswählen, das sich möglichst „unberührt“ anfühlt – als hätten Dinge einen kleinen Teil der Geschichte ihrer Berührungen gespeichert. Oder wir wollen einfach das Gefühl haben, die bessere Entscheidung getroffen zu haben, obwohl objektiv kein Unterschied besteht.
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