Wenn ich draußen plötzlich viel leichter lernen kann
Letztens sitze ich mit meinen Unterlagen für die Matura in Betriebswirtschaft und Rechnungswesen draußen auf der Veranda und merke plötzlich, dass ich zum ersten Mal seit einer Weile nicht jeden Satz zweimal lesen muss. Die Sonne scheint auf den Tisch, irgendwo hört man Vögel, und auf einmal bleibt mehr in meinem Kopf hängen als sonst. Drinnen am Schreibtisch ist das oft ganz anders. Dort starre ich manchmal auf die Seiten und merke, wie ich mich richtig zwingen muss, konzentriert zu bleiben.
Draußen im Garten, auf der Veranda oder auch im Wald fühlt sich das Lernen leichter an. Nicht so schwer, nicht so eng. Ich lese etwas und habe das Gefühl, dass mein Kopf viel mehr mitmacht. Vielleicht ist es wirklich die Sonne. Vielleicht die Luft. Aber irgendetwas daran gibt mir Energie. Es ist, als würde ich draußen nicht nur lernen, weil ich muss, sondern weil es plötzlich wirklich geht.
Wenn aus ein paar TikToks plötzlich Stunden werden
Ich öffne TikTok oft nur kurz. Einfach ein paar Videos schauen, kurz abschalten, nicht viel dabei denken. Aber genau daraus werden dann schnell Stunden. Erst ist da ein lustiges Video, dann ein Rezept, dann irgendein Paar, das etwas miteinander filmt, dann wieder ein Tiervideo, ein Ausschnitt aus einer Serie, ein Straßeninterview oder jemand, der einfach nur irgendetwas erzählt. Alles ist anders und trotzdem kommt sofort das nächste. Genau das zieht mich so hinein. Es gibt nie einen richtigen Abschluss, sondern immer nur noch ein Video, das ich auch noch kurz anschauen will.
Irgendwann bin ich so drin, dass ich gar nichts anderes mehr richtig mitbekomme. Mir kann in der Zeit jemand schreiben und ich sehe es entweder gar nicht oder antworte einfach nicht, weil ich komplett auf diese Videos fixiert bin.
Das Schlimmste ist eigentlich, dass ich es oft selbst nicht merke. Ich denke, ich schaue nur kurz, und plötzlich ist viel mehr Zeit vergangen, als ich wollte. Mein Freund kennt das inzwischen schon. Wenn ich mich länger nicht melde, weiß er oft schon, was los ist. Dann ruft er mich einfach an, weil er sich denken kann, dass ich wieder irgendwo auf TikTok festhänge. Genau daran merke ich, wie auffällig das eigentlich schon geworden ist. Ich schaue dann nicht einmal noch, weil es so spannend ist. Ich scrolle einfach weiter, nur damit es weitergeht.
Wenn ich an keinem Spiegel einfach vorbeigehen kann
Egal ob zuhause, in der Stadt oder bei Freunden, sobald ich an einem Spiegel vorbeigehe, schaue ich fast immer hinein. Nicht lang, manchmal wirklich nur zwei Sekunden. Aber ich muss trotzdem kurz schauen. Sitzen die Haare noch? Passt das Oberteil noch? Schaut noch alles so aus, wie es soll?
Es passiert fast von selbst. Ich sehe den Spiegel und mein Blick geht sofort dorthin. Erst kurz schauen, dann weitergehen. Manchmal merke ich das nicht einmal bewusst, weil es schon so automatisch geworden ist. Es ist einfach dieser schnelle kleine Check zwischendurch. Nichts Großes, aber eben doch etwas, das ich fast nie auslasse.
Was diese kleinen Momente über mich sagen
Wenn ich diese drei Situationen zusammendenke, fällt mir auf, wie stark ich auf das reagiere, was um mich herum ist. Draußen macht mich die Sonne ruhiger und wacher. TikTok zieht mich komplett hinein. Und ein Spiegel reicht, damit ich sofort kurz kontrolliere, ob noch alles passt.
Manche Dinge geben mir Energie, andere nehmen sie mir sofort wieder weg. Und wieder andere laufen schon so automatisch ab, dass ich kaum darüber nachdenke. Genau deshalb fallen sie mir wahrscheinlich auch so auf.
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