Wir sind eine Gruppe von Jugendlichen, die gerne miteinander musiziert. Oft singen und spielen wir bei Messen. Deshalb ist mit einigen anderen Musikern die Idee entstanden, ein Benefizkonzert zu veranstalten. Doch wir fragten uns: Wem sollen wir das gesammelte Geld spenden?
Für uns war klar, dass es an Kinder und Jugendliche gehen soll. Und weil durch den Missbrauchsskandal im SOS-Kinderdorf die Spenden stark zurückgegangen sind, wollen wir dort ein Projekt unterstützen.
Nach einem großen Skandal im letzten Jahr fehlen derzeit 47 Prozent der Zuwendungen. Das sind österreichweit 20 Millionen Euro. Wirklich Notwendiges wie Therapien und Nachhilfestunden können nicht mehr finanziert werden. Wieder einmal sind Kinder die Leidtragenden für etwas, für das sie nichts können.
Unser Appell an die Kirche
Es stimmt uns aber sehr nachdenklich, dass eine kirchliche Mitarbeiterin zu überlegen gab: „Jetzt was fürs SOS-Kinderdorf tun – da kann man nur verlieren!“ Welchen Schaden befürchtet sie für die Kirche durch diese caritative Aktion?
Kann unsere Glaubensgemeinschaft dadurch nicht nur gewinnen, zumindest an Glaubwürdigkeit? Ist es nicht sie, die uns von Nächstenliebe predigt und all die barmherzigen Geschichten über Jesus erzählt. Was würde wohl er selbst dazu sagen?
Unser Appell an Firmen und Medien
Auch wenn es um Sponsoren geht, flammt die Diskussion um den Nutzen und den guten Ruf auf. In welches Licht wird eine Firma gerückt, die sich jetzt an die Seite des SOS-Kinderdorfs stellt? Aus Angst, selbst Schaden zu nehmen, bleiben viele lieber stumm und ziehen keine Aufmerksamkeit auf sich. Es ist wohl keine gute Werbung.
Eine große Verantwortung sehen wir bei den Medien. Es ist natürlich wichtig und richtig, die vergangenen Missstände aufzuarbeiten und den Opfern Hilfe zukommen zu lassen. Aber Sensationsgier hilft niemandem, im Gegenteil, sie schadet nur. Es gilt, genau hinzuschauen, was heute im SOS-Kinderdorf Sache ist.
Durch eine objektive Berichterstattung sollten die aktuelle Arbeitsweise und das große Bemühen der meisten Mitarbeiter viel mehr publik gemacht werden. Sie zeigen gerade in dieser schwierigen Zeit so viel Mut, Kraft und Gespür, die es verdient, unterstützt zu werden. Vergangenes muss von Gegenwärtigem getrennt und auch Positives aufgezeigt werden.
Unser Appell an die Gesellschaft
Durch die momentane Vorgehensweise der Gesellschaft, finanzielle Unterstützung zu verwehren, schafft man nur neue Opfer – wieder Kinder und Jugendliche, für die es keinen anderen bzw. besseren Platz auf dieser Welt gibt als das SOS-Kinderdorf. Deshalb: Hören wir nicht auf, sie mit unseren Spenden weiterhin zu unterstützen
Kommentare
Ich finde es deshalb umso wichtiger, dass man trotzdem hilft und solche Projekte unterstützt. Der Text bringt das echt gut rüber und zeigt, warum man da nicht einfach wegschauen sollte.