Ich liege auf der Couch, öffne TikTok und scrolle durch meinen Feed. Das erste Video zeigt eine Influencerin, die einen neuen Proteinpudding probiert. Zwei Videos später schwärmt jemand von einem Detox-Tee, der angeblich den Körper entgiften soll. Danach kommt ein „What I Eat in a Day“-Video mit perfekt angerichteten Mahlzeiten. Ohne es zu merken, bleibe ich mehrere Minuten hängen. Irgendwann frage ich mich: Wie viel davon ist eigentlich ehrlich gemeint – und wie viel ist einfach nur Werbung?
Wenn der Feed zum Ernährungsberater wird
Kurz darauf bin ich auf eine neue Broschüre der Gesundheit Österreich GmbH und des Fonds Gesundes Österreich gestoßen. Darin wird erklärt, wie stark Food-Influencer unser Essverhalten beeinflussen können. Ehrlich gesagt hat mich das überrascht. Ich wusste zwar, dass viele Beiträge Werbung enthalten, aber nicht, wie schwer sie oft zu erkennen ist.
Ich schaue mir solche Videos selbst gerne an. Vor allem, wenn ich neue Rezeptideen suche oder etwas Gesundes nachkochen möchte. Viele Influencer wirken sympathisch und zeigen ihren Alltag. Genau deshalb vertraut man ihnen schnell. Mir geht es manchmal genauso.
Werbung, die gar nicht wie Werbung aussieht
Besonders nachdenklich haben mich die Zahlen aus der Broschüre gemacht. Rund 70 Prozent der Lebensmittel, die auf TikTok, Instagram und YouTube beworben werden, eignen sich laut dem österreichischen Nährwertprofil gar nicht für Werbung an Kinder und Jugendliche. Trotzdem tragen nur etwa drei Prozent der Beiträge eine klare Werbekennzeichnung.
Wenn ich jetzt durch meinen Feed scrolle, fällt mir auf, wie oft Produkte ganz nebenbei in Videos auftauchen. Oft wirkt es so, als würden sie einfach zum Alltag der Influencer gehören. Erst beim genaueren Hinsehen merkt man, dass dahinter eine Kooperation steckt. Früher hätte ich das wahrscheinlich gar nicht bemerkt.
Inspiration oder Manipulation?
Ich finde, Social Media hat zwei Seiten. Einerseits bekomme ich dort wirklich gute Ideen. Ich habe schon einige Rezepte entdeckt, die ich selbst ausprobiert habe und die richtig lecker waren. Andererseits gibt es immer mehr Beiträge, die schnelle Erfolge versprechen. Ein Tee soll beim Abnehmen helfen, ein Shake eine Mahlzeit ersetzen oder ein bestimmtes Produkt plötzlich die Lösung für alle Ernährungsprobleme sein.
Für mich ist genau dort die Grenze erreicht. Inspiration bedeutet, neue Ideen zu bekommen und selbst zu entscheiden, was zu einem passt. Manipulation beginnt dort, wo mit Unsicherheiten gespielt wird oder Werbung wie ein ehrlicher Tipp aussieht.
Mein Fazit
Seit ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, schaue ich Ernährungsvideos mit anderen Augen an. Ich werde sie mir trotzdem weiterhin ansehen, weil ich gerne neue Rezepte entdecke. Aber ich hinterfrage heute viel öfter, wer hinter einem Beitrag steckt und warum ein bestimmtes Produkt empfohlen wird.
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