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Warum eine längere Wehrpflicht keine Lösung ist

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Volontärin · HLM HLW Krems
12.02.2026
2 Min.

Sechs Monate Wehrdienst, neun Monate Zivildienst und nun die Diskussion über eine mögliche Verlängerung. Für viele Jugendliche wäre das ein weiterer Einschnitt in eine ohnehin entscheidende Lebensphase. Muss das wirklich sein?

Wehrdienst und Zivildienst dauern lang genug oder doch nicht? Sollten Frauen diesen Dienst ebenfalls durchführen müssen? (Foto: Pixabay)

Wehrpflicht für alle und länger? Nein, danke!

In letzter Zeit wird wieder öfter darüber diskutiert, ob die Wehrpflicht verlängert oder sogar für alle verpflichtend gemacht werden soll. Als Argument wird genannt, dass die militärische Verteidigung Österreichs verbessert werden soll.

Wehrpflicht für alle und länger? Nein, danke! Das würden viele Jugendliche sagen, und ich tendiere auch zu dieser Meinung.

Sechs Monate reichen

Die Wehrpflicht dauert momentan sechs Monate und der Zivildienst neun Monate. Ich empfinde das als einen angemessenen Zeitraum, da Jugendliche die Zeit haben sollten, ihren Träumen hinterherzugehen. Die eine Person will gleich studieren, die andere eine Lehre machen und wieder eine andere möchte ins Ausland gehen. Warum sollte man junge Leute in der Findungsphase ihrer Zukunft zeitlich einschränken?

Ein Freund von mir musste wegen des Zivildienstes sein Studium um ein Jahr verschieben. Das war für ihn ziemlich frustrierend, weil alle anderen schon anfangen konnten. Genau solche Situationen zeigen, warum der Dienst nicht länger dauern sollte.

Chance für Unentschlossene?

Für Jugendliche, die noch nicht wissen, welchen Beruf sie ausüben wollen oder wie sie ihr Leben gestalten möchten, ist der Wehrdienst oder Zivildienst perfekt. Sie machen neue Erfahrungen, können sich Wissen aneignen und in verschiedene Bereiche hineinschnuppern. Man sammelt neue Erfahrungen, lernt Verantwortung zu übernehmen und arbeitet mit unterschiedlichen Menschen zusammen. Im Zivildienst hilft man zum Beispiel im Krankenhaus oder im Pflegeheim, beim Bundesheer lernt man Disziplin und Teamarbeit. Das kann bei der Orientierung helfen.

Gleichberechtigung oder freie Entscheidung?

Meiner Meinung nach sollte es dabei bleiben, dass es Frauen frei steht, ob sie einen Wehrdienst machen wollen oder nicht. Von der Gleichberechtigung her sollten natürlich alle verpflichtet sein. Viele Frauen haben später wegen Karenzzeiten ohnehin Nachteile im Berufsleben. Eine zusätzliche Pflicht würde das nur verstärken. Deshalb sollte jeder selbst entscheiden dürfen, ob er oder sie einen Dienst leisten möchte.

Entscheidung selbst treffen

Ich finde, man sollte allen Jugendlichen die Entscheidung überlassen, ob sie länger beim Wehrdienst oder Zivildienst bleiben möchten als verlangt wird. Ich empfinde sechs beziehungsweise neun Monate als angemessen für junge Menschen. Eine verpflichtende Verlängerung bringt aber mehr Nachteile als Vorteile. Der Dienst kann sinnvoll sein, aber nur in einem fairen Rahmen und ohne zusätzlichen Zwang.

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