Jeden Morgen beginnt mein Weg mit denselben Geräuschen: Die U-Bahn fährt in die Station ein, die Türen öffnen sich und eine Stimme kündigt die nächste Haltestelle an. Für mich ist die Wiener U-Bahn nicht nur ein Verkehrsmittel. Sie ist ein fester Bestandteil meines Alltags und oft der Ort, an dem ich langsam richtig wach werde.
Meine morgendliche Fahrt mit der U3
An einem gewöhnlichen Schultag gehe ich zur Station Rochusgasse und nehme dort die U3. Während ich auf die U-Bahn warte, suche ich meistens schon meine Kopfhörer aus meiner Tasche. Sobald ich eingestiegen bin, höre ich Musik und beobachte die Menschen um mich herum. Viele schauen noch müde aus dem Fenster, trinken Kaffee oder versuchen, vor der Arbeit noch schnell Nachrichten zu beantworten. Andere Schüler wiederholen kurz vor einem Test ihre Notizen. Wahrscheinlich kennen viele meiner Mitschülerinnen und Mitschüler genau diese morgendliche Stimmung.
Die U3 passt besonders gut zu meinem Alltag, weil sie mich schnell durch die Stadt bringt. Sie fährt unter anderem über Landstraße, Stephansplatz, Volkstheater und Westbahnhof. Dadurch kann ich nicht nur zur Schule fahren, sondern auch Freunde treffen, einkaufen gehen oder andere Linien erreichen. Besonders praktisch ist für mich die Station Landstraße, weil man dort in die U4 und verschiedene S-Bahn-Linien umsteigen kann.
Jede Linie fühlt sich anders an
Obwohl alle Wiener U-Bahn-Linien ähnlich funktionieren, hat für mich jede ihren eigenen Charakter. Die rote U1 verbinde ich vor allem mit dem Stephansplatz, dem Hauptbahnhof und der Donauinsel. Im Sommer ist sie besonders praktisch, wenn man zur Alten Donau oder auf die Donauinsel fahren möchte. Die violette U2 wirkt auf mich oft etwas ruhiger und bringt viele Menschen zum Prater, ins Museumsquartier oder zum Schottentor.
Die orange U3 ist für mich die typische Alltagslinie, weil ich sie besonders häufig benutze. Sie fährt mitten durch das Zentrum und ist deshalb morgens oft sehr voll. Die grüne U4 erinnert mich dagegen an Ausflüge nach Schönbrunn oder an Fahrten entlang des Donaukanals. Die braune U6 unterscheidet sich am stärksten von den anderen Linien. Sie fährt teilweise oberirdisch, weshalb man während der Fahrt mehr von Wien sieht. Gleichzeitig kommt sie mir häufig voller und lauter vor. Gerade diese Unterschiede machen das Wiener U-Bahn-Netz für mich interessant.
Wenn die U-Bahn den Termin rettet
Einmal war ich auf dem Weg zu einem wichtigen Termin und hatte das Haus später verlassen als geplant. Schon auf meinem Handy sah ich, dass auf den Straßen viel Verkehr herrschte. Mit einem Auto oder Bus wäre ich wahrscheinlich zu spät gekommen. Die U3 fuhr jedoch ohne Stau durch die Stadt, und ich erreichte meinen Termin gerade noch rechtzeitig. Seitdem verlasse ich mich bei wichtigen Wegen besonders gerne auf die U-Bahn.
Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Manchmal bleibt ein Zug länger in einer Station stehen oder eine Durchsage informiert über eine Störung. Besonders unangenehm sind volle Waggons am Morgen. Dann steht man dicht neben anderen Fahrgästen, während jemand mit einem großen Rucksack den halben Platz blockiert. Fast jeder kennt wahrscheinlich auch die Situation, dass Menschen direkt vor der Tür stehen bleiben, obwohl andere zuerst aussteigen möchten.
Ein deutlicher Unterschied beim Preis
Für mich spielt auch der Preis eine wichtige Rolle. Da ich unter 26 Jahre alt bin, kostet die digitale Wiener Jugend-Jahreskarte bei einmaliger Zahlung 294 Euro. Das sind umgerechnet nur 24,50 Euro pro Monat. Damit kann ich in Wien das ganze Jahr über U-Bahn, Straßenbahn und Bus benutzen. Die reguläre digitale Jahreskarte kostet derzeit 461 Euro.
Ein eigenes Auto wäre wesentlich teurer. Neben dem Kaufpreis müsste ich für Versicherung, Treibstoff, Wartung, Reparaturen, Parken und den Wertverlust bezahlen. Je nach Fahrzeug und Nutzung können dadurch monatlich mehrere Hundert Euro entstehen. In einem Kostenbeispiel des ÖAMTC lagen die gesamten monatlichen Kosten eines Autos bei rund 618 Euro. Allein das Tanken kann bei regelmäßiger Nutzung mehr als 100 Euro pro Monat kosten. Ein Auto würde mich also ungefähr so viel kosten wie zwei ganze Jugend-Jahreskarten – und zwar jeden Monat.
Mehr als nur eine Fahrt von A nach B
Die U-Bahn bietet mir außerdem Zeit, die ich in einem Auto nicht hätte. Während der Fahrt kann ich Musik hören, Nachrichten beantworten, etwas für die Schule lesen oder einfach kurz abschalten. Ich muss mich weder auf den Verkehr konzentrieren noch einen Parkplatz suchen. Gleichzeitig fahren viele Menschen gemeinsam, was umweltfreundlicher ist, als wenn jede Person allein mit dem Auto unterwegs wäre.
Für mich passt die U-Bahn deshalb am besten zu meinem Leben in Wien. Sie bringt mich zur Schule, zu Freunden, in die Innenstadt und zu wichtigen Terminen. Natürlich können volle Züge und Störungen nerven. Trotzdem überwiegen für mich eindeutig die Vorteile. Wenn ich morgens an der Rochusgasse in die U3 steige, meine Kopfhörer aufsetze und die Türen hinter mir schließen, fühlt sich das ganz selbstverständlich an. Spätestens dann weiß ich: Mein Tag hat begonnen.
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