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Warum die dunkle Jahreszeit uns so zusetzt

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18.11.2025
3 Min.

Viele Menschen spüren es jedes Jahr aufs Neue: Sobald die Tage kürzer werden, schleichen sich Müdigkeit, Antriebslosigkeit und ein spürbarer Motivationsverlust ein. Doch warum belastet der Winter unser Wohlbefinden so sehr und was lässt sich dagegen tun?

Dunkelheit und Kälte im Winter beeinflussen unser Wohlbefinden. (Foto: Anton Kalinin (Unsplash))

Wenn die Temperaturen sinken und die ersten Frostnächte einsetzen, beginnt für viele Menschen eine besondere Jahreszeit, nicht nur wettertechnisch. Mit dem Start des Winters rückt auch ein Thema wieder in den Fokus, das jedes Jahr viele betrifft: die Auswirkungen von Dunkelheit, Kälte und Lichtmangel auf Stimmung, Energie und Wohlbefinden.

Melatonin, Serotonin und der Einfluss des Lichts

Im Winter wird es später hell und früher dunkel, weshalb der Körper tagsüber mehr Melatonin ausschüttet, ein Schlafhormon, das Müdigkeit und Antriebslosigkeit verursacht. Ein weiterer Einflussfaktor ist unser Serotoninspiegel, der zu dieser Jahreszeit insgesamt eher niedrig ist. Bei Serotonin handelt es sich um ein Glückshormon, das durch das Eintreffen von Sonnenstrahlen ausgelöst wird. Das wenige Licht führt dadurch zu Reizbarkeit und Heißhunger. Auch durch das reduzierte Sonnenlicht kann ein Vitamin-D-Mangel entstehen, der die Emotionen sowie das Energieniveau negativ beeinflusst. Der Grund, weshalb es dir schwerfällt, morgens aus dem Bett zu kommen, kann also einer der oben genannten sein – oder ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, bei dem die innere Uhr durch weniger Licht verwirrt wird.

Viele Menschen leiden von Herbst oder Winter bis in den Frühling an Konzentrationsschwierigkeiten und Schlappheit. Das allgemeine Stimmungstief wird auch „Winterblues“ genannt. Falls jedoch stärker ausgeprägte Symptome auftreten, spricht man von einer „Saisonalen affektiven Störung“ (SAD), auch bekannt als „saisonale Winterdepression“. Die Auswirkungen ähneln einer klinischen Depression: Interessenverlust, gedrückte Stimmung über einen längeren Zeitraum von zum Beispiel zwei Wochen, Energiemangel, Heißhungerattacken und vermehrter Schlaf. Kälte und Dunkelheit können zudem dazu führen, dass man sich sozial zurückzieht und weniger unternehmungslustig ist. Insgesamt hat der Winter also eine reale, nachweisbare Wirkung auf unser biologisches und psychisches System. Er löst bei den meisten Menschen eine vorübergehende Minderung des allgemeinen Wohlbefindens aus.

Vom Winterblues bis zur Winterdepression

Die Winterdepression und der Winterblues sind weltweit verbreitet. Im Gegensatz zu Ländern mit viel Sonnenlicht treten sie häufiger in sonnenärmeren Regionen wie Alaska oder Skandinavien auf – auch hier spielt der Lichtmangel eine zentrale Rolle. Die Anfälligkeit für diese depressiven Störungen hängt teilweise von der Genetik ab, da bei manchen Menschen Serotonin nachweislich schneller aus dem Gehirn transportiert wird und sie dadurch empfindlicher auf Umwelteinflüsse reagieren.

Gegensätzlich zur Winterdepression gibt es auch die seltenere „Sommerdepression“. Die Symptome wie Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit sind eher gegensätzlich, doch auch hier sind saisonale Veränderungen wie Hitze und lange Tage ausschlaggebend.

Wie man gut durch die dunkle Jahreszeit kommt

Damit dein Gefühlsleben nicht jeden Winter leidet, können regelmäßige und ausreichende Bewegung – am besten an der frischen Luft und bei Tageslicht – deine Glückshormone anregen und viel helfen. Eine positive, helle Umgebung wirkt ebenfalls fördernd, genauso wie eine spezielle Wärmelichtlampe, die den Tag-Nacht-Rhythmus stabilisieren kann. Durch die Knappheit an Serotonin und Vitamin D ist eine ausgewogene Ernährung ratsam. Lebensmittel wie Bananen, Nüsse, Ananas oder Fisch können die Stimmung unterstützen, und gegebenenfalls kann ein Vitamin-D-Präparat sinnvoll sein.

Wichtig ist auch, genug zu trinken, um Müdigkeit vorzubeugen, sowie eine feste Routine, um einen täglichen Rhythmus zu schaffen. Soziale Interaktion und Hobbys können – auch wenn es schwerfällt – der Einsamkeit entgegenwirken und das Wohlbefinden deutlich verbessern. Am wichtigsten ist jedoch das Mindset: Stell dir den Winter nicht als grau und zugefroren vor, sondern als gemütliche Jahreszeit oder als perfekte Gelegenheit für deinen Lieblingswintersport.

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