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Warum der Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke in Wien sinnlos ist

Verspätungen, volle Züge und immer wieder Stillstand: Die Wiener S-Bahn-Stammstrecke stößt an ihre Grenzen. Doch ob die geplante Modernisierung das Problem wirklich löst, ist fraglich.

Noch können nicht alle Züge mit dem neuen Zugsicherungssystem ETCS fahren. (Foto: Makar Honchar)

Die ÖBB haben seit 2023 den ETCS (European Train Control System) Ausbau auf der Wiener Stammstrecke begonnen, deswegen wurden schon zweimal die Abschnitte zwischen Wien Floridsdorf und Wien Praterstern gesperrt, was zu großen Unannehmlichkeiten geführt hat, da der Schienenersatzverkehr nicht besonders gut organisiert wurde. Folgend werden ungefähr noch zweimal der Abschnitt zwischen Wien Praterstern und Wien Meidling gesperrt, da kommt wirklich die Frage, ob es wirklich wert ist und ob es irgendwas bringen wird.

Ziel der ÖBB mit dem Ausbau von ETCS


Wie man bereits gelesen haben könnte, ermöglicht das European Train Control System kürzere Abstände zwischen den Zügen, weil das System viel moderner als das derzeitige ist und mit Radio/Funkwellen arbeitet. Dadurch entsteht die Möglichkeit, die Intervalle zu verkürzen und dadurch noch mehr Züge durch die Wiener Stammstrecke fahren zu lassen.

Das Hauptproblem


Die ÖBB hat derzeit zu wenige Züge, die das ETCS unterstützen, also sind zu alt dafür. Laut den Regeln des Eisenbahnministeriums sind große Modernisierungen/Umrüstungen wie in unserem Fall für das ETCS verboten. Es heißt, in der Folge können sehr viele Garnituren nicht auf der Stammstrecke eingesetzt werden. Die ÖBB hat sehr viele neue Garnituren bestellt, die sogar geliefert wurden, aber sie sind gerade in der Testphase und es ist nicht bekannt, ob sie schnell und ohne andere Veränderungen zugelassen werden. ÖBB leidet schon derzeit unter Wagen- und Garniturenmangel, die Frage ist, was passieren wird, wenn die Hälfte der Züge auf der Stammstrecke zum Fahren nicht berechtigt sein werden? Offensichtlich wird die Anzahl an modernen Zügen, die sich für die Stammstrecke eignen, zu wenig sein, die neuen Lieferungen sind immer verspätet und es nimmt alles sehr viel Zeit, der Bauprozess ist genauso verzögert und man kann sich sicher sein, bis der Zeitpunkt ist, dass die Stammstrecke komplett unter ETCS fahren wird, erst nach mehreren Jahren als geplant sein wird.


Mehr Züge, mehr Probleme?


Schon jetzt leidet die Stammstrecke während der Stoßzeiten unter Verspätungen, man ist sich nie sicher, dass alle Züge immer einwandfrei fahren können, das sollte man auch immer berücksichtigen. Mit dem ETCS wollen die ÖBB so machen, dass viel mehr Züge durch die Stammstrecke fahren müssen, das wird aber meiner Meinung nach nicht gut enden. Stellen Sie sich vor, was passieren kann, wenn eine neue Garnitur eine Störung kriegt, die nicht so schnell und leicht behebbar ist, dann wird die ganze Stammstrecke einfach stehen bleiben, da es zu kleine Intervalle zwischen den Zügen sind und es keine Ausweichmöglichkeit geben wird. Es wird zu massiven Verspätungen führen. Die Störungen wird es geben, die kann man nicht ausweichen, nun sollte die ÖBB darüber nachdenken, was in solchem Fall gemacht werden muss, damit es nicht zu sowas kommt. Derzeit sind schon die Wartezeiten kurz, man sollte immer im Kopf halten, die Eisenbahn und die Stammstrecke ist keine U-Bahn, so kurze Intervalle zu machen, wie es die ÖBB will, ist viel viel schwieriger und hat mega viele Details, die man berücksichtigen sollte.

Was jetzt entscheidend ist


An sich an, die Idee ist gut, alles Neue ist immer was Gutes, aber wenn man so ein Riesenprojekt macht, soll eine perfekte Planung dahinterstecken ohne jenem "oder". Man sollte alles berücksichtigt haben, die Verzögerungen, Störungen und so weiter. Solche großen Projekte sollen nicht als "Pilotprojekte" ausgebaut werden, weil sonst wird es einfach zu einem riesen Geldverlust führen und die Probleme, die da entstehen können, wird man noch viel mehrere Jahre lösen müssen. Ich kann nicht sicher sagen, dass die ÖBB eine sehr schlechte Planung für das Projekt hatte, aber wie man sehen kann, war sie nicht die beste.

Kommentare

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    vor 3 Wochen Lara Hagmann
    Ich denke das wird immer so bleiben, dass die Zugverbindungen nicht passen. Mein Zug in die Schule war dieses Jahr noch kein einziges Mal laut der geplanten Uhrzeit am Bahnhof.
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    vor 3 Wochen Tobias Urban
    Ich fand deinen Text wirklich gut, doch ich sehe das etwas anders. Kurzfristig sind die Sperren und der Fahrzeugmangel definitiv ein großes Problem, da gebe ich dir zu 100 Prozent recht. Das ETCS-System ist ja langfristig genau dafür gedacht, die Kapazität zu erhöhen und den Verkehr stabiler zu machen, gerade auf so einer stark belasteten Strecke wie der Wiener Stammstrecke.

    Langfristig ist der Ausbau mit ETCS wahrscheinlich notwendig, weil die Stammstrecke sonst komplett an ihre Grenzen stößt. Die entscheidende Frage ist eher, ob die Umsetzung (Timing, Züge, Ersatzverkehr) gut genug geplant ist.

    Gerade bei dichteren Intervallen wird entscheidend sein, wie stabil das System im Störungsfall bleibt. Wenn das nicht funktioniert, könnten sich die Probleme tatsächlich sogar sogar verschärfen.
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    vor 1 Woche Sara Mratic
    guter text makar
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    vor 4 Tagen Philip Holledauer
    makar du maschine
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    vor 3 Tagen Stefan Haberl
    Guter Text, schön verfasst, Anspruch würdiges Thema. Insgesamt sehr gut (:
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    vor 3 Tagen Anastasiia Kurnyk
    eto prevoschodno