Stell dir vor, du bist 18, alle um dich herum müssen in den Wehr- oder Zivildienst, nur du nicht, weil du ein Mädchen bist. Das fühlt sich von Anfang an unfair an. Während Jungen verpflichtet werden, bleibt uns die Chance auf diese Erfahrung einfach verwehrt.
Natürlich kostet so ein Dienst einige Monate des Lebens. Aber sind diese Monate wirklich verloren? Gerade jetzt, wo es im sozialen Bereich so großen Personalbedarf gibt, kann ein solcher Einsatz ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft sein. Außerdem profitieren wir selbst davon: Wir lernen auf andere einzugehen, erweitern unseren Horizont und stärken zwischenmenschliche Kompetenzen, Fähigkeiten, die uns später sowohl im Berufs- als auch im Familienleben helfen.
Dieses Beispiel zeigt, wie unterschiedlich mit den Geschlechtern umgegangen wird. Ein ähnliches Ungleichgewicht fällt beim Thema Geld auf – und da kommt der Equal Pay Day ins Spiel.
Gesetzliche Vorgaben fehlen
Immer wenn ich davon höre, frage ich mich: „Darf es wirklich noch sein, dass Männer für die gleiche Arbeit mehr verdienen als Frauen mit denselben Qualifikationen?“ Im Jahr 2026 fällt dieser Tag auf den 11. Februar. Bis dahin arbeiten Frauen aufgrund des niedrigeren Gehalts rechnerisch kostenlos.
Müsste nicht längst gesetzlich geregelt sein, dass Arbeitgeber bei der Bezahlung keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern machen dürfen? Gleichzeitig frage ich mich, wie Frauen in Österreich gegen diese Ungerechtigkeit vorgehen können.
Berichte über Demonstrationen oder öffentliche Aktionen sehe ich kaum. Eine einzelne Klage kann vielleicht einen Einzelfall verbessern, aber nicht die Gesamtsituation aller Betroffenen. Und wie viele trauen sich schon, ihr Recht einzufordern, aus Angst, das eigene Arbeitsverhältnis zu gefährden?
Deshalb bin ich überzeugt: Es braucht klare gesetzliche Vorgaben, sowohl beim Dienst für alle als auch beim Gehalt, damit echte Gleichstellung kein Lippenbekenntnis bleibt.
Kommentare