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Von Sofia zu den Lakatnik-Felsen: Darum sollte jeder mit dem Zug durch Bulgarien reisen

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Volontärin · Deutsche Schule Sofia
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21.09.2026
3 Min.

MEIN SOFIA: In dieser Kolumne berichtet unsere Volontärin Kristin Atanassova wöchentlich aus ihrem Heimatland Bulgarien. Kristin ist 17 Jahre alt und besucht die 11. Klasse der Deutschen Schule Sofia. Dieses Mal geht es um das Zugfahren in Bulgarien und warum es wunderbar ist.

Mit dem Auto geht's schneller, das stimmt. Aber mit dem Zug ist es unvergesslich. (Foto: Kristin)

Es war früh am Morgen, als ich am Zentralbahnhof in Sofia ankam. Die kalte Morgenluft kam mir direkt entgegen, als ich aus dem Bus ausstieg. Zum Glück hatte ich meine Wanderweste an. Meine Freunde warteten schon am Eingang des Bahnhofs auf mich.

Wir wollten nach Lakatnik, das etwas weiter nördlich von Sofia im Balkangebirge liegt. Wir hatten nämlich mitbekommen, dass es dort nette Wanderwege gibt, die nicht besonders steil und anstrengend sind. Außerdem soll die Aussicht von den Lakatnik-Felsen einfach atemberaubend sein. Die Tickets für den Zug hatten wir bereits gekauft und waren nun bereit, den perfekten Samstag in der Natur zu verbringen.

Eigentlich klingt das ganz einfach: Du kommst an, findest das richtige Gleis und steigst in den Zug ein. Das dachte ich auch, bis wir vor den vielen Gleisen standen und keine Ahnung hatten, welcher Zug der richtige war. Wir schauten auf die Anzeigen, verglichen unsere Tickets mit dem, was dort stand, und fragten schließlich andere Fahrgäste, weil wir nicht zurechtkamen. Zum Glück halfen sie uns sofort. Es war ein Samstagmorgen, doch der Bahnhof war überfüllt mit Menschen. Einer zeigte uns das richtige Gleis, jemand anderes erklärte uns noch einmal, wo wir genau aussteigen mussten. Kurz darauf kam auch unser Zug und wir stiegen ein.

Soweit so gut

Schon an der Tür merkten wir: Das wird auf jeden Fall eng. Obwohl wir nur wenig Gepäck dabeihatten, kamen wir kaum durch die Menge. Jeder schien unterwegs zu sein. Und kaum jemand hatte Wanderausrüstung dabei. Waren wir wirklich die Einzigen, die wandern gehen wollten? Nach einigem Drängeln fanden wir endlich freie Plätze und setzten uns hin.

Bequem war es allerdings nicht. Es war heiß. Durch die geöffneten Fenster kam kaum frische Luft herein. Neben mir telefonierte ein Mann. Vom Gang hörten wir, wie sich Menschen unterhielten, aber es war im Zug so laut, dass sie fast schreien mussten. Ich versuchte gar nicht erst, mit meinen Freunden ein Gespräch zu führen. Es war einfach viel zu laut dafür.

Trotzdem mussten wir lachen. Wir saßen da, schauten uns an und dachten wahrscheinlich alle dasselbe: Warum tun wir uns das eigentlich an? Wir hätten doch unsere Eltern bitten können, uns mit dem Auto dorthin zu fahren.

Der Charme der Zugreise

Das war meine allererste Zugfahrt innerhalb Bulgariens. Und seitdem gefällt mir Zugfahren. In meiner Heimat bin ich nicht viel mit dem Zug gefahren. Trotzdem kann ich sagen, dass es richtig Spaß macht.

Im Auto hätten wir einfach dagesessen und es kaum erwarten können, endlich anzukommen. Im Zug erlebten wir dagegen die Reise selbst. Wir trafen fremde Menschen, mussten nach dem Weg fragen, teilten uns den viel zu engen Platz und beobachteten, wie Sofia langsam hinter uns verschwand.

Es stimmt zwar, dass wir mit dem Auto deutlich schneller angekommen wären. Aber so viel gelacht habe ich bei keiner anderen Reise. Und irgendwie fühlte es sich beim Aussteigen aus dem Zug etwas merkwürdig an: als wäre das Erlebnis schon hinter uns. Doch das stimmte natürlich nicht, denn auf uns wartete eine großartige Wanderung.

Und genau deshalb würde ich jedem empfehlen, in Bulgarien mindestens einmal mit dem Zug zu reisen. Wenn du unser Land zum ersten Mal besuchst, wird es sicherlich einige Kulturschocks geben, aber auf jeden Fall ist es das Erlebnis wert.

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