„Überleg zuerst, ob du es wirklich brauchst.“ Diesen Satz habe ich als Kind unzählige Male von meinen Eltern gehört. Besonders gut erinnere ich mich an einen Nachmittag, an dem ich mit zehn Euro von meiner Oma am Küchentisch saß. Der Schein lag vor mir und in meinem Kopf war ich schon im Süßigkeitenladen um die Ecke. Ich stellte mir vor, wie ich mir Schokolade, Gummibärchen und vielleicht noch ein Eis kaufe.
Meine Eltern als größte Vorbilder
Meine Mama setzte sich neben mich und fragte: „Willst du wirklich alles auf einmal ausgeben?“ Ich nickte begeistert. Für mich war klar: Geld ist da, also muss es auch ausgegeben werden.
Doch sie erklärte mir ruhig, dass zehn Euro viel Geld sind, wenn man sie spart. „Wenn du das Geld in dein Sparschwein legst, kannst du dir später vielleicht etwas Größeres kaufen, das dir länger Freude macht.“ In diesem Moment war ich enttäuscht. Ich wollte doch sofort etwas haben. Aber ich dachte darüber nach und legte den Schein schließlich in mein Sparschwein. Heute weiß ich, dass genau solche Gespräche meinen Umgang mit Geld geprägt haben.
Sparen von klein auf
Von meinen Eltern habe ich gelernt, wie wichtig Sparen ist. Sie haben immer einen Teil ihres Einkommens zur Seite gelegt. Dabei ging es nie um Geiz, sondern um Sicherheit und Verantwortung. Auch ich habe schon früh begonnen, mein Taschengeld nicht sofort auszugeben. Stattdessen habe ich einen Teil gespart, um mir später etwas Größeres leisten zu können.
Seit unserer Geburt haben meine Geschwister und ich alle ein Sparbuch und auch seit kurzem einen Bausparer, wo wir Geld für unsere Zukunft anlegen. Dieses Gefühl, auf etwas hinzuarbeiten und es sich bewusst zu kaufen, ist viel schöner, als Geld sofort auszugeben.
Planung statt Spontankäufe
Ein weiterer wichtiger Punkt, den ich von meinen Eltern übernommen habe, ist die Planung. Größere Anschaffungen wurden bei uns zu Hause nicht spontan entschieden. Stattdessen wurde gemeinsam überlegt, ob und wann man sich etwas leisten kann.
Ein weiteres Erlebnis, das mir bis heute im Kopf geblieben ist, betrifft mein erstes Handy. In der sechsten Klasse hatten schon viele meiner Freundinnen und Freunde ein eigenes Smartphone. Ich erinnere mich noch, wie ich mich manchmal ausgeschlossen fühlte, wenn in der Pause Fotos gemacht oder Nachrichten verschickt wurden. Natürlich wollte ich auch dazugehören.
Als ich meine Eltern darauf ansprach, sagten sie nicht einfach nein. Stattdessen setzten wir uns zusammen und besprachen es. Sie erklärten mir, dass ein Handy eine große Investition ist und Verantwortung mit sich bringt. „Du bekommst eines, wenn es wirklich notwendig ist“, sagten sie. Also wartete ich bis zur siebten Klasse.
Damals war ich ungeduldig, heute bin ich dankbar dafür. In Nachhinein weiß ich, dass nicht alles sofort passieren muss und dass Planung wichtiger ist als spontane Wünsche. Durch sie habe ich gelernt, wie hilfreich es ist, ein Budget im Blick zu behalten. Wer plant, behält die Kontrolle über seine Finanzen und gerät weniger schnell in Schwierigkeiten.
Ausgaben im Überblick: Kleinvieh macht auch Mist
Seit ich in der Oberstufe bin schreibe ich fleißig meine Ausgaben mit. Meine Eltern legten es mir ans Herz meine Finanzen im Überblick zu behalten. Natürlich sehe ich wenn ich mit Karte bezahlen, wann ich was wo ausgegeben habe. Aber fragen wir uns mal ehrlich: wer checkt regelmäßig sein Bankkonto? Die Wenigsten.
Ich führe wirklich alle Ausgaben auf und zähle am Monatsende zusammen. Einmal war es soweit und ich addierte wieder alle Ausgaben. Ich war wirklich erschrocken wie viel ich ausgegeben hatte: Es waren über 100 Euro, obwohl ich nur Snacks und Kleinigkeiten kaufte. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie schnell sich kleine Beträge summieren.
Genau das meinten meine Eltern immer, wenn sie sagten, man solle den Überblick behalten. Seitdem achte ich viel bewusster darauf, wofür ich mein Geld ausgebe.
Bewusst genießen statt verschwenden
Trotz aller Sparsamkeit haben meine Eltern nie vergessen, das Leben zu genießen. Für gemeinsame Ausflüge, Urlaube oder besondere Anlässe war immer Platz. Das hat mir gezeigt, dass Geld nicht nur zum Sparen da ist, sondern auch dafür, schöne Erinnerungen zu schaffen, die jedoch bewusst geplant sind.
Was ich für mein eigenes Leben mitnehme
Von meinen Eltern habe ich gelernt, verantwortungsvoll, geduldig und überlegt mit Geld umzugehen. Seit klein auf achte ich darauf, mein Geld einzuteilen, Rücklagen zu bilden und meine Ausgaben zu hinterfragen. Durch viele kleine Gespräche und Situationen im Alltag habe ich gelernt, zwischen „haben wollen“ und „wirklich brauchen“ zu unterscheiden.
Für mich steht fest: Der Grundstein für meinen Umgang mit Geld wurde durch meine Eltern gelegt und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
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