Ganz klar und objektiv lässt sich nur schwer sagen, wer tatsächlich am meisten Einfluss auf die Meinungsbildung hat. Richten wir, um hier ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, den Blick auf die Musikbranche. Wer spricht über wichtige Themen? Vertritt einen eindeutigen Standpunkt? Und macht auf die Probleme der Gesellschaft aufmerksam? Genau das bedeutet einflussreich nämlich für mich: Durch eigenes Verhalten andere Menschen zu inspirieren und zum Umdenken anzuregen.
Mir kommt da ganz klar eine Band in den Kopf. Eine Band mit aufbauenden Songs und mehr als 160 Millionen verkauften Alben. Eine Band, die nicht nur mit Tourneen und Musikpreisen, sondern auch mit sozialem Engagement Fans weltweit begeistert.
Background Informationen
Lasst uns zu Beginn kurz auf die Geschichte dieser Band zurückblicken: Vor rund dreißig Jahren lernten sich Chris Martin und Jonny Buckland an der Universität in London kennen. Bald darauf stoßen Guy Berryman, Will Champion und Phil Harvey (Manager) dazu. So entstand 1998 die damals noch unbekannte Band Coldplay, die heute kaum noch wegzudenken ist.
Nach ihrem ersten großen Auftritt am Glastonbury Festival kam es allerdings zu einem heftigen Streit. Martin warf Champion sogar aus der Band, holte ihn dann aber doch wieder zurück. Um eine erneute Eskalation zu verhindern, wurden Regeln beschlossen: Gewinne werden gerecht aufgeteilt und Drogenkonsum führt zum Ausschuss aus der Band.
Seit 26 Jahren erfolgreich
Ab dem Jahr 2000 ging es für die Band Coldplay bergauf. Mit einem Hit nach dem anderen und vielen erfolgreichen Alben stieg ihre Bekanntheit und Beliebtheit. Ihr drittes Album wurde zum weltweit meistverkauftem Album des Jahres 2005.
Als die Band bereits Auflösungsgedanken hatte, begann die enge Zusammenarbeit mit Brian Eno, der sie durch die schwere Zeit begleitete. Es entstand das nächste Album, womöglich das bekannteste: „Viva la vida or death and all his friends“. Die folgenden Jahre wurden weitere Singles und Alben veröffentlicht, darunter sind Hits wie „Paradise“ und „A sky full of stars“ zu finden.
Das besondere an Coldplay-Shows
Ein auffälliger Aspekt, mit dem Coldplay vor allem bei den Fans punktet, sind die Tourneen und die Shows, die sie liefern. Bei ihren Auftritten sind Fans nämlich weitaus mehr als nur Zuschauer. Sie werden regelrecht zu Protagonisten und gestalten die Show aktiv mit. Nicht nur durch die Interaktionen des Sängers zwischen den Liedern, sondern auch durch die LED Armbänder, welche Coldplay als erste Band überhaupt einführte.
Kritik an der Band
Obwohl die Band grundsätzlich nicht viel Reibungsfläche bietet, gibt es auch Kritik. Viele Fans sind enttäuscht und erklären, dass die Songs oberflächlicher geworden sind und die Qualität nachzulassen scheint. Sie würden nicht mehr berühren. Trotz der Kritik bleibt die Band jedoch beständig und weist auf Spotify die meistgehörtesten Songs auf. Es wird immer Menschen geben, die kritisieren. Darauf sollte man nicht den Fokus setzten.
Soziales Engagement
Großen Respekt verdient sich Coldplay meiner Meinung nach für ihr soziales Engagement. Schon seit vielen Jahren spendet die Band zehn Prozent ihres Profits an über dreißig Organisationen. Sie unterstützen unter anderem Menschenrechtsorganisationen und Entwicklungshilfen.
Zudem treten sie regelmäßig bei Wohltätigkeitsveranstaltungen auf, sprechen offen über wichtige Themen und machen auf aktuelle Probleme aufmerksam. Berryman erklärt: „Man kann die Menschen auf bestimmte Themen aufmerksam machen. Das bedeutet für uns überhaupt keinen großen Aufwand, und wenn es den Menschen hilft, dann wollen wir es gerne tun.“
Zum Beispiel machen sie auf den kritischen Zustand der Ozeane aufmerksam und setzten sich für die LGBTQ+ Gemeinschaft ein. Chris Martin sagte in einem Interview 2024: „Wir lehnen Unterdrückung, Besatzung, Terrorismus und Völkermord ab“.
Nachhaltigkeit auf Tour
Am faszinierendsten für mich ist allerdings die Music of the Spheres World Tour, für welche sich Coldplay spezielle Ziele gesetzt hat: Sie wollen die Tour so klimaneutral wie möglich gestalten und ihren CO₂-Ausstoß im Vergleich zu ihrer vorherigen Tour um fünfzig Prozent reduzieren.
Um ihre Pläne zu erreichen, traf Coldplay verschiedene Maßnahmen. Sie setzten zum Beispiel auf erneuerbare Energien, die durch Solarmodule, PowerBikes und kinetische Böden selber erzeugt und in Strom umgewandelt wurden.
Es wurde auch versucht, den Plastikverbrauch zu reduzieren. Dafür wurden wiederverwendbare Becher benutzt, Sammelstellen für Recycling platziert und der Abfall getrennt. So sollten auch die LED Armbänder zurückgegeben und bei den nächsten Shows wiederverwendet werden. Bei jeder Show gab es Gratis Wasser-Auffüll-Stationen für die Fans, wo man mitgebrachte Flaschen auffüllen konnte.
Außerdem stieg Coldplay auf umweltfreundliche Fahrzeuge um und rief auch die Fans dazu auf, Öffis zu benutzten. Trotz dieser ganzen Maßnahmen, war sich die Band bewusst, dass sich nicht alles vermeiden lässt. Deshalb pflanzten sie für jedes gekaufte Ticket einen Baum, das macht insgesamt über 7 Millionen Bäume aus.
Doch haben sie es geschafft? Konnten sie ihr Ziel erreichen? Ja! Am Ende wurden die Emissionen sogar um 59 Prozent reduziert.
Das Band Statement
Ein letztes wichtiges Anliegen der Band ist die Transparenz. Daher veröffentlicht Coldplay regelmäßige Berichte über ihre Reduzierung der Emissionen und die Wirksamkeit der Maßnahmen. So wollen sie nämlich als Vorbild für andere KünstlerInnen und VeranstalterInnen dienen und zeigen, was alles möglich ist, aber auch, was verbessert gehört. Dazu sagen sie:
„Als Band und als Branche sind wir noch weit davon entfernt, wo wir sein müssen. Aber wir sind dankbar für die bisherige Unterstützung und würdigen jeden, der sich dafür einsetzt, die Dinge in die richtige Richtung zu bewegen“
Fazit
Lasst uns zum Abschluss zurückdenken: Was macht einflussreiche Künstler*nnen aus? Über wichtige Themen zu sprechen, ihr Verhalten anzupassen und somit andere zu inspirieren. Und genau das tut Coldplay. Sie nutzen ihre Reichweite für gute Zwecke und versuchen, so gut wie möglich, als Rolemodel zu dienen. Es geht ihnen um soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit. Genau das, was es braucht, um Veränderung zu bewirken.
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