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Vitrine eingeschlagen, Collier weg: Der dreiste Kunstraub im MAK

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Redakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
28.08.2026
3 Min.

Am helllichten Nachmittag haben zwei Männer im Wiener Museum für angewandte Kunst eine Glasvitrine eingeschlagen und ein wertvolles Diamantcollier gestohlen. Das Schmuckstück des Pariser Juweliers Van Cleef & Arpels trägt 673 Diamanten und gehörte einst einer ägyptischen Königin. Die Täter kamen wie normale Besucher, schlugen vor den Augen von Zeugen zu und flüchteten. Die Ermittlungen laufen.

Vor den Augen von Zeugen zugeschlagen: Im Wiener MAK stahlen zwei Männer ein Diamantcollier mit 673 Steinen, das einst einer ägyptischen Königin gehörte. (Foto: Privat)

Es ist Donnerstagnachmittag, der 27. August 2026, kurz vor zwei Uhr. Zwei Männer betreten das Museum für angewandte Kunst am Stubenring, mitten in der Wiener Innenstadt. Sie kaufen ein Ticket, schlendern durch die Räume, verhalten sich wie ganz normale Besucher. Ihr Ziel ist die Ausstellung „Glanzstücke", in der gerade kostbare Preziosen des Pariser Luxusjuweliers Van Cleef & Arpels zu sehen sind. Dann, ganz plötzlich, zerbricht Glas. Die beiden schlagen eine Vitrine ein, greifen sich ein einziges Stück und rennen. Sekunden später sind sie verschwunden.

Ein Stück mit Geschichte

Was die beiden mitnahmen, ist kein gewöhnliches Schmuckstück. Das gestohlene Collier stammt vom berühmten Pariser Juwelier Van Cleef & Arpels und ist mit 673 Diamanten besetzt, zusammen über 200 Karat. Einst gehörte es laut Medienberichten der ägyptischen Königin Nasli. 2015 wurde es bei einer Auktion des Hauses Sotheby's um rund 3,5 Millionen Schweizer Franken versteigert. Manche Medien schätzen den Wert des gestohlenen Stücks auf etwa eine halbe Million Euro. So oder so: Es ist eine Beute, für die sich der riskante Coup aus Sicht der Täter offenbar gelohnt hat.

Die Täter wussten genau, was sie wollten

Auffällig ist, wie geplant der Diebstahl ablief. Die beiden Männer sollen sich zunächst völlig unauffällig verhalten haben, bevor sie zuschlugen. „Sie schlugen dann eine Glasvitrine ein", schilderte Polizeisprecherin Anna Gutt gegenüber dem ORF den Ablauf. Die Tat spielte sich vor den Augen mehrerer Zeugen ab. Die Täter dürften genau gewusst haben, welches Stück sie stehlen wollten, denn sie griffen gezielt nach dem Collier und ließen alles andere liegen. Einer der beiden soll laut Berichten sogar bewaffnet gewesen sein. Anschließend flüchteten die dunkel gekleideten Männer in unbekannte Richtung. Die Polizei veröffentlichte ein Bild des Schmuckstücks und bittet die Bevölkerung um Hinweise.

Wie sicher sind Museen?

Ein Fall wie dieser ist selten, und genau deshalb sorgt er für so viel Aufsehen. Große Kunstdiebstähle sind heute die Ausnahme, wie die Salzburger Nachrichten schreiben, doch wenn einer gelingt, wirft er sofort Fragen auf. Wie gut sind unsere Museen eigentlich geschützt? Ein Museum lebt davon, dass Menschen ganz nah an die ausgestellten Schätze herankommen. Genau das macht es aber auch verwundbar. Zu dicke Panzerglasscheiben und zu viele Absperrungen würden das Erlebnis zerstören, zu wenig Schutz lädt Diebe ein. Museen müssen also ständig eine Balance finden, zwischen Nähe und Sicherheit. Der Fall im MAK zeigt, wie schnell diese Balance kippen kann.

Die Suche läuft

Noch sind die Täter auf der Flucht, und vieles ist offen. Das Museum bleibt bis auf die betroffene Ausstellung weiter geöffnet und geht davon aus, dass auch diese bald wieder zugänglich sein wird. Ob das Collier je wieder auftaucht, ist ungewiss. Gerade sehr bekannte Stücke lassen sich kaum verkaufen, weil sie sofort erkannt würden. Manche gestohlenen Kunstwerke tauchen deshalb erst nach Jahren wieder auf, andere verschwinden für immer. Für die Ermittler beginnt jetzt die mühsame Arbeit, aus Zeugenaussagen, Kameraaufnahmen und Spuren ein Bild der Täter zu zeichnen. Fest steht nur eines: Ein Schmuckstück, das dafür gemacht war, bewundert zu werden, ist innerhalb weniger Sekunden aus einem der bekanntesten Museen der Stadt verschwunden.



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