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Vier Dinge, die ich an meiner Schule sofort ändern würde

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Chefredakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
17.08.2026
4 Min.

Ich mag die Schule eigentlich. Wirklich. Aber es gibt ein paar Dinge, bei denen ich mir jeden Tag denke: Das müsste doch auch anders gehen. Keine großen Revolutionen, keine Abschaffung von allem. Nur ein paar Veränderungen, die meinen Alltag als Schüler sofort besser machen würden. Und ich bin ziemlich sicher, dass es vielen von uns genauso geht.

Später anfangen, Praktisches fürs Leben lernen, mitreden dürfen: Schon kleine Änderungen würden den Schulalltag für uns spürbar besser machen. (Foto: shutterstock)

Es ist kurz nach acht in der Früh. Ich sitze in der ersten Stunde, der Lehrer redet, und meine Gedanken sind noch halb im Bett. Ich bin nicht faul. Mein Körper ist um diese Uhrzeit einfach noch nicht wach. Hier fängt mein erster Wunsch an.

Lasst uns später anfangen

Der Schultag beginnt für die meisten von uns um acht. Das klingt normal, ist aber für Jugendliche früh angesetzt. In der Pubertät verschiebt sich die innere Uhr nach hinten. Wir werden abends später müde und wären morgens gern länger im Bett. Das liegt an der Biologie.

Würde die Schule eine halbe Stunde später beginnen, wäre schon viel gewonnen. Ich hätte mehr Schlaf, wäre in der ersten Stunde wacher und würde mehr mitbekommen. Ein späterer Start könnte für mich die einfachste Verbesserung sein.

Zeigt mir, wie das echte Leben funktioniert

Vor ein paar Wochen haben wir im Unterricht die Wertschöpfungskette eines Produkts durchgenommen. Rohstoff, Produktion, Handel, Kunde – alles als Schaubild an der Tafel. Ich habe die Begriffe für den Test auswendig gelernt. Verstanden habe ich sie nicht.

Ein halbes Jahr später waren wir mit der Klasse bei einem Handwerksbetrieb in der Nähe. Jemand dort hat uns in fünf Minuten gezeigt, wie aus einem Rohstoff ein fertiges Produkt wird, das am Ende einen bestimmten Preis hat. In diesen fünf Minuten habe ich mehr verstanden als in der ganzen Unterrichtsstunde davor.

Ich kann französische Verben konjugieren und alle Landeshauptstädte Europas aufzählen. Aber ich habe nie gelernt, wie ich eine Steuererklärung mache. Oder wie ein Mietvertrag funktioniert. Oder was passiert, wenn ich beim Online-Shopping auf „Später zahlen“ klicke und die Rechnung vergesse.

Genau diese Dinge brauche ich bald wirklich. Wie lese ich meinen ersten Lohnzettel? Wie viel Steuer zahle ich? Wie funktioniert eine Versicherung? Ich würde mir ein eigenes Fach dafür wünschen, mit echten Beispielen und Besuchen wie bei diesem Betrieb. Dieses Wissen begleitet mich mein ganzes Leben, egal, welchen Beruf ich später mache.

Zeigt mir, was ein Tablet wirklich kann

Im Biologieunterricht haben wir die Zellteilung mit einem Bild im Buch gelernt: vier kleine Kästchen nebeneinander. Ich habe den Ablauf nicht wirklich verstanden, bis mir ein Mitschüler zu Hause eine Simulation auf seinem Tablet gezeigt hat. Dort konnte ich den Vorgang in Zeitlupe abspielen und zurückspulen. Zehn Minuten später hatte ich es begriffen.

In der Schule liegen die Tablets trotzdem meistens im Schrank. Ich würde mir wünschen, dass wir solche Simulationen und Lernplattformen öfter im Unterricht nutzen dürfen, gerade bei Themen, die sich mit Text und Bild allein schwer vorstellen lassen.

Nicht alles auf einmal

In der vorletzten Novemberwoche standen bei mir drei Schularbeiten an: Mathematik am Montag, Englisch am Mittwoch, Biologie am Donnerstag. Dazu kam eine Abgabe für Deutsch, ein Portfolio, das ich eigentlich über mehrere Wochen hätte schreiben sollen. Fertig gemacht habe ich es in der Nacht davor.

In solchen Wochen lerne ich nicht, um etwas zu verstehen, sondern nur, um es bis zum nächsten Tag im Kopf zu haben. Zwei Tage später ist alles wieder weg.

Ich würde mir wünschen, dass Prüfungen und Abgaben besser über das Jahr verteilt werden. Lieber einmal in Ruhe ein Thema richtig verstehen, als vier Themen gleichzeitig in den Kopf zu pressen. Am Ende zählt, dass wir etwas lernen, das bleibt, und nicht nur eine gute Note im richtigen Moment.

Fragt uns doch mal

Vor Kurzem hatten wir eine Doppelstunde zum Kalten Krieg. Mehrere in der Klasse wollten mehr über den Mauerfall wissen, weil eine Mitschülerin erzählt hat, dass ihre Großmutter dabei war. Der Lehrer hat kurz genickt und ist trotzdem zum nächsten Kapitel im Buch übergegangen, weil der Stoffplan das so vorsieht. Wir hätten gerne weitergemacht. Gefragt hat uns niemand.

Über vieles in der Schule wird über unsere Köpfe hinweg entschieden. Dabei sind wir es, die jeden Tag hier sitzen. Ich fände es gut, wenn wir öfter mitreden dürften. Zum Beispiel, welches Buch wir im Deutschunterricht lesen oder welches Thema wir in einem Projekt genauer anschauen.

Dazu kommt ein zweiter Wunsch: eine Rückmeldung zu meiner Note, nicht nur die Zahl selbst. Was war gut, was kann ich besser machen? Das hilft mir mehr als jede Note allein. Aus einer Fünf lerne ich nur etwas, wenn mir jemand sagt, woran es lag.

Zurück in die erste Stunde

Und so sitze ich auch morgen wieder kurz nach acht in der ersten Stunde. Vielleicht ändert sich nichts davon so schnell, wie ich es mir wünsche. Aber keiner dieser vier Wünsche ist unrealistisch. Es sind kleine Dinge. Vielleicht ist genau das der erste Schritt: dass jemand uns überhaupt fragt, was wir uns wünschen.

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