Früher dachte ich, Liebe wäre etwas, das einen plötzlich trifft.
Wie ein Blick, der für einen Moment alles still werden lässt.
Als würde die Welt für Sekunden vergessen, sich weiterzudrehen.
Heute glaube ich, dass wir uns diese Geschichten nur erzählen,
weil die Wahrheit schwerer zu ertragen ist.
Dass manche Menschen einander nicht finden,
nicht weil sie zu spät gesucht haben,
sondern weil es vielleicht nie jemanden gab, der wirklich bleiben wollte.
Und während ich das denke,
sehe ich Menschen um mich herum,
wie selbstverständlich sie Nummern austauschen,
wie leicht ihre Gespräche wirken,
wie aus einem zufälligen Lächeln plötzlich Nähe entsteht.
Es sieht so mühelos aus,
fast so, als würde das Leben manchen Menschen
genau im richtigen Moment genau die richtige Person schicken.
Ich stehe daneben
und frage mich,
ob ich einfach den falschen Zeitpunkt erwische
oder ob manche Herzen dazu bestimmt sind,
immer nur Zuschauer zu bleiben.
Vielleicht ist es das,
was den Glauben an diese eine große Begegnung verschwinden lässt:
nicht ein gebrochenes Herz,
sondern die stille Erkenntnis,
dass für alle anderen alles so natürlich scheint,
während man selbst verlernt hat,
daran zu glauben,
überhaupt einmal gemeint zu sein.
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