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Viel. Mehr. Zu viel - die Probleme unserer Konsumgesellschaft

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3 Kommentare
30.11.2025
3 Min.

Vor Kurzem habe ich im Unterricht eine Kurzgeschichte zum Thema „Konsumgesellschaft“ gelesen, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Doch wie kommt es eigentlich dazu, dass wir so viel konsumieren, und was können wir daran ändern?

Wir alle lieben es einkaufen zu gehen. Meistens kaufen wir dann aber zu viel. (Foto: Pexels/Borko Manigoda)

Neulich haben wir im Unterricht die Kurzgeschichte Im Verbrauchermarkt von Werner Kofler gelesen, die erstmals 1985 veröffentlicht wurde. Die Geschichte handelt von einem sogenannten Verbrauchsphilosophen, der durch sein merkwürdiges Verhalten Probleme der modernen Konsumgesellschaft aufzeigt.

Als ich den Text zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: „Was ist das denn für ein komischer Text?“ Ich war zunächst völlig verwirrt. Nachdem ich ihn jedoch mehrmals gelesen habe, verstand ich, worum es geht und welche Moral dahintersteckt.

Inhalt der Geschichte

Am Anfang wird beschrieben, wie der Hauptprotagonist in einem Verbrauchermarkt seinen Einkaufswagen mit Produkten volllädt, den Einkauf bezahlt und anschließend zu Müllcontainern geht. Dort wirft er, unter den Blicken empörter Zeugen, alles, was er gerade neu gekauft hat, weg und achtet darauf, dass sich die Waren gut mit dem Müll vermischen.

Danach wiederholt er dieses Vorgehen: Er belädt seinen Wagen erneut, bezahlt und entsorgt frische Getränke in Altglascontainern, während er Lebensmittel vor dem Eingang zertritt. Dabei ruft er immer wieder dieselben englischen Begriffe wie „Cash and Carry“ oder „Cash, carry and destroy“. Am Ende ruft der Hausdetektiv die Polizei, und der Mann, der sich selbst als Handlungsphilosoph bezeichnet, wird festgenommen. Schließlich stellt sich heraus, dass er früher als Marketingfachmann gearbeitet hat.

Auffallend ist, dass die Geschichte sehr objektiv und sachlich erzählt wird. Sie wirkt eher wie ein Bericht. Gerade dadurch veranschaulicht der Autor Gedanken, die zunächst abstrakt und ungewöhnlich erscheinen, aber dennoch stark zum Nachdenken anregen.

Schlussfolgerung

Ich erkläre mir das auffällige Verhalten des Mannes folgendermaßen: Durch seine Taten möchte er die Menschen daran erinnern, dass sie in einer Konsumgesellschaft leben, in der alles darauf ausgerichtet ist, dass Kundinnen und Kunden so viel wie möglich kaufen.

Gerade durch sein Vorwissen als ehemaliger Marketingfachmann, dessen Ziel es war, möglichst viele Produkte durch gezielte Vermarktung zu verkaufen, wurde ihm bewusst, dass dieses System nicht nur schädlich für die Umwelt ist, sondern auch moralisch kaum zu vertreten ist. Viel zu viele Firmen und Unternehmen achten zu wenig auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz, meist gerade so viel, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Auch Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen geraten in manchen Ländern zunehmend in den Hintergrund.

Deshalb soll sich etwas ändern. Menschen tätigen oft große Einkäufe, werfen am Ende jedoch vieles davon weg, weil Produkte ablaufen oder gar nicht benutzt werden. Genau darauf spielt der Mann mit seiner Aktion an: Er wartet nicht, bis ein Produkt unbrauchbar wird, sondern zerstört es sofort. Auf diese Weise macht er sichtbar, was wir im Alltag häufig unbewusst tun, indem wir Dinge kaufen, die wir eigentlich nicht benötigen. Dadurch produzieren wir täglich unzählige Tonnen Müll, die letztlich in der Umwelt, oft sogar im Meer, landen.

Warum der Text gerade heute noch aktuell ist

Obwohl der Text schon 40 Jahre alt ist, spielt er auch heute noch eine wesentliche Rolle, wenn nicht sogar eine noch größere als damals. Seit der erstmaligen Veröffentlichung sind die Möglichkeiten des Kaufens nämlich rasant gestiegen. Man kann mittlerweile alles in nur Sekundenschnelle bestellen und nach einigen Tagen wird es direkt vor die Haustüre geliefert, meist zu einem günstigen Preis.

Besonders asiatische Firmen wie „Temu“ oder „Shein“, bei welchen man vieles um nur wenige Euro kaufen kann, tragen zu Ausbeutung und Klimawandel bei. Durch gezielte Marketingstrategien werden wir dazu angeregt, Produkte zu konsumieren. Doch dabei kaufen wir meist zu viel. Uns wird ein Produkt angezeigt und nach kurzem Nachdenken entscheiden wir, es zu kaufen: „Hmm, das scheint eigentlich praktisch zu sein“. Gerade deshalb spielt der Text auch heute noch eine wichtige Rolle für unsere verschwenderische Gesellschaft.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Werner Kofler bereits vor rund vierzig Jahren ein Thema aufgegriffen hat, das auch heute noch von großer Bedeutung ist: den maßlosen Konsum. Mit seiner Kurzgeschichte Im Verbrauchermarkt schildert er zentrale Probleme der Konsumgesellschaft auf eindrucksvolle Weise und lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das nichts an Aktualität verloren hat.

Ich kann jeder und jedem ans Herz legen, diese Geschichte selbst zu lesen. Vielleicht regt sie euch ebenfalls zum Nach- und Umdenken an und beim nächsten Einkauf achtet ihr ganz bewusst auf euer eigenes Kaufverhalten. So können wir gemeinsam daran arbeiten, unsere Welt zu verbessern und einen Schritt in Richtung Zukunft zu gehen.

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Kommentare

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    vor 3 Wochen Laura Gschiel
    Sehr guter Artikel!! Wir sollten echt mehr auf unser Verhalten achten :)
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    vor 2 Wochen Anja Pill
    Mich schockt die Normalisierung dieses Überkonsums auch immer wieder, danke, dass du darauf aufmerksam machst!^^
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    vor 2 Tagen Christian Stockmaier
    Immer mehr und möglichst viel - unsere Konsumgesellschaft gehört tatsächlich hinterfragt. Second Hand, Nachhaltigkeitsinitiativen etc. sollten gestärkt werden. Danke für das Aufgreifen dieses wichtigen Themas!