Vertrauen zerbricht selten laut. Es beginnt meistens ganz unscheinbar. Jemand erzählt etwas weiter, ein Versprechen wird gebrochen, oder man merkt plötzlich, dass Ehrlichkeit doch nicht selbstverständlich war. Ab diesem Moment verändert sich etwas. Nicht nur zwischen zwei Menschen. Sondern auch in uns selbst.
Die nächste Person trägt keine Schuld
Manche sagen dann, man vertraue einfach zu schnell. Andere meinen, man müsse vorsichtiger sein. Doch wie soll eine Freundschaft überhaupt entstehen, wenn niemand den ersten Schritt macht? Das Schwierige ist: Der Mensch, der unser Vertrauen gebrochen hat, verschwindet vielleicht irgendwann aus unserem Leben. Die Unsicherheit bleibt oft. Und plötzlich muss die nächste Person beweisen, dass sie anders ist, obwohl sie gar nichts falsch gemacht hat.
Vielleicht stirbt Vertrauen leise
Der Schriftsteller Dostojewski wird oft mit dem Gedanken verbunden: „Ich habe nie jemanden aus meinem Leben entfernt. Sie sind alle am Unfall des Vertrauens gestorben.“ Vielleicht beschreibt dieses Bild etwas sehr Menschliches. Nicht jeder Streit beendet eine Freundschaft. Aber fehlendes Vertrauen verändert sie.
Das Schwerste beginnt danach
Nietzsche schrieb einmal: „Ich bin nicht wütend, dass du mich belogen hast. Ich bin wütend, dass ich dir von nun an nicht mehr glauben kann.“ Vielleicht ist genau das der eigentliche Schaden. Nicht die Lüge selbst. Sondern dass Vertrauen viel länger braucht, um zurückzukehren, als um verloren zu gehen.
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