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Verpasst? Das Sporthighlight der Woche: Zabystran mit Sensationssieg für Tschechien

Jan Zabystran ist der allererste tschechische Weltcup-Sieger im Ski Alpin. In Gröden konnte sich der 27-jährige Rennläufer vor Marco Odermatt ganz oben auf dem Podest platzieren. Wer ist Zabystran und was ist so besonders an ihm?

Beim Skisport entscheiden oft Bruchteile einer Sekunde über Sieg und Niederlage. (Foto: shutterstock)

Jan Zabystran startete im Super-G mit der Startnummer 29. Mit einem nahezu perfekten Lauf sicherte er sich in der Vorwoche mit 0,22 Sekunden Vorsprung den Sieg vor dem Dominator des Skiweltcups, Marco Odermatt. Eine Premiere: Zabystran ist nun der einzige Tscheche mit einem Weltcup-Sieg. Zwar gewann Bohumir Zeman 1981 das Hahnenkammrennen in Kitzbühel, doch damals galt es nicht als Teil des Weltcups. Seither gab es für Tschechien nur zwei dritte Plätze durch Ondrej Bank in der Kombination.

„Ich bin der Erste, der gewonnen hat, das ist schon sehr speziell. Ich darf also Ester Ledecka auf einer Reise begleiten, auch wenn ich im Vergleich zu ihr noch viel gewinnen muss“, sagte Zabystran erfreut im Zielraum. Sein Sieg verlief aber nicht ganz reibungslos. Die FIS hatte vor der Siegerehrung keine tschechische Flagge im Ziel. Kurzerhand wurde die Fahne eines Zuschauers zur „Siegerflagge“.

Kästle wird zum Gewinnerski

Schon öfter gab es in Gröden das Phänomen, dass Läufer mit hohen Startnummern gute Chancen auf die Top-Plätze haben. Je später ein Läufer startet, desto besser sind Licht- und Pistenverhältnisse. Dadurch sind spätere Athleten oft schneller. Mit Startnummer 29 fuhr Zabystran los. „Im Ziel habe ich mich dann umgedreht, es leuchtete Grün auf – wow.“

Feiern konnte der 27-jährige Tscheche mit seiner Familie. „Der Eigentümer meiner Skifirma Kästle ist hier, Tomas Nemec. Und natürlich meine Eltern Petra und Jan, ohne die ich nicht hier wäre. Sie haben mich zum Skisport gebracht.“

„Nur eine Frage der Zeit“

Auch die Deutschen freuten sich mit Zabystran. Der Tscheche trainiert mit ihnen mit. „Jan ist nun seit zwei Jahren Teil unseres Teams, dies ist seine zweite Saison. Vom ersten Tag an, an dem er zu uns kam, hat er sich voll integriert. Er ist ein wirklich netter Kerl, und es ist toll, ihn im Team zu haben“, sagte der Skirennläufer Romed Baumann. „Wir alle wissen, wie unglaublich schnell er ist, daher war es nur eine Frage der Zeit, bis er seinen Durchbruch schaffte.“

Bereits mit 19 Jahren Weltcup-Debüt

Zabystran ist ein Multisporttalent: Bergsteiger, Surfer und in seiner Jugend auch Eishockeyspieler – „aber das tun alle Tschechen“. Skifahren ist in Tschechien nicht so üblich wie in Österreich. Dennoch ließ sich Zabystran nicht entmutigen und kämpfte sich in den Weltcup. Am Keilberg, Klínovec auf Tschechisch, entwickelte er seine Leidenschaft fürs Skifahren.

Schon mit 19 Jahren gab er sein Weltcup-Debüt und war 2017 auch bei der WM in St. Moritz dabei. Ein Jahr später ging es für ihn sogar zu den Olympischen Spielen. Die guten Ergebnisse ließen jedoch lange auf sich warten. In der Vorwoche gelang ihm dann der große Durchbruch mit seinem Sieg in Gröden. 2024 hatte ihm der Deutsche Skiverband zusätzliche Unterstützung angeboten. Beim DSV profitiert er von besseren Trainingsmöglichkeiten und integrierte sich schnell in die Mannschaft. „Sie haben mich als einen der ihren aufgenommen“, sagte Zabystran nach seinem Sieg.




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