Die Winterpause von Sturm Graz war nicht allzu besinnlich. Mit 28 Punkten und dem dritten Platz in der Tabelle ist der amtierende Meister unzufrieden. Folglich überrascht das Aus von Ex-Trainer Jürgen Säumel wenig. Er führte das Team in der vergangenen Saison zum Meistertitel.
Die „Blackies“ liegen zwar nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Salzburg, dennoch sehen die Führungskräfte eine Entwicklung in die falsche Richtung. Zunächst sollte Maximilian Senft, aktuell Trainer des SV Ried, einen neuen Impuls bei Graz setzen. Letztlich scheiterte der Plan wohl an der geforderten Ablöse von einer Million Euro.
Mutige Entscheidung bei der Sturm-Trainersuche
In der Vorwoche wurde Fabio Ingolitsch als neuer Sturm-Trainer vorgestellt. Der Salzburger stand zuvor beim SCR Altach unter Vertrag und verkörperte dort eine klare Spielidee: viel Pressing und schnelles Umschalten. Diese Prägung stammt aus seiner siebenjährigen Zeit im Red-Bull-Kosmos. Sportdirektor Michael Parensen bezeichnet ihn als „einen der spannendsten Trainer Österreichs“.
Bei der Suche lag der Fokus auf Kandidaten, die die Bundesliga-Klubs kennen. Ingolitsch selbst nennt die Entscheidung „mutig“ und zugleich ein großes Privileg: „Die hohen Ansprüche brauchst du nicht wegdiskutieren. Ich möchte den Ball aber erst einmal relativ flach halten.“
Mit Ingolitsch kann es in alle Richtungen gehen. Er muss sich beweisen und vom ersten Spiel an Leistung zeigen. Profi-Erfahrung bringt der Salzburger noch nicht in großem Umfang mit, und einige Entscheidungen an der Seitenlinie wirken bisher schwer nachvollziehbar.
Bei Rapid muss die Wende her
Die Saison der Hütteldorfer verläuft bisher enttäuschend: 17 Spiele, sechs Niederlagen, sieben Siege und Platz sieben in der Tabelle. Ein Neustart war nötig, weshalb die Entlassung von Peter Stöger und seinem Co-Trainer Thomas Sageder keine Überraschung darstellt.
Den künftigen Cheftrainer fand Rapid in Dänemark. Johannes Hoff Thorup, ehemaliger Norwich-Coach, soll die Wiener wieder in die Erfolgsspur bringen. Trotz seines jungen Alters bringt der 36-Jährige viel Erfahrung mit, unter anderem in der UEFA Conference League. Geschäftsführer Markus Katzer lobt: „Das Fußballverständnis von Johannes passt perfekt zu unserer Spielidee.“ Thorups bevorzugte Formation ist ein offensives 4-3-3. Er möchte den Verein „wieder dort hinbringen, wo er hingehört“.
Thorup ist eine gute Wahl für Rapid Wien. Entscheidend wird sein, dass er sich schnell einlebt und die Mannschaft von seiner Spielidee überzeugt. Die nötige Spielerqualität für die internationalen Plätze ist vorhanden.
Findet Altach den neuen Trainer in den eigenen Reihen?
Bei den Vorarlbergern bestand kein akuter Trainerwechselbedarf. Trotzdem ging Altach dem Wunsch von Ingolitsch nach und ließ ihn zu Sturm ziehen. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten Blau-Weiß Linz liegt Altach zur Winterpause auf Platz neun. In früheren Saisonen wäre diese Platzierung kaum denkbar gewesen. Nun muss dennoch ein neuer Trainer gefunden werden, noch Mitte Jänner wäre gute.
Ein geeigneter Kandidat könnte aus den eigenen Reihen kommen. Eric Orie ist aktuell Sportkoordinator und baut gemeinsam mit Sportdirektor Phillip Netzer ein Team auf. Die UEFA-Pro-Lizenz besitzt der Niederländer bereits, Cheftrainer-Erfahrung in der Bundesliga fehlt ihm noch, ähnlich wie bei Ingolitsch vor dessen Wechsel zu Altach. Orie war mehrmals Trainer beim FC Dornbirn und führte den Klub in die zweite Liga.
Ein Nachteil könnte ein mögliches Scheitern des Projekts mit Netzer sein, da eine Trennung die Zukunft bei Altach erschweren würde. Insgesamt bleibt Eric Orie ein spannender Kandidat: erfahren, mit Liga- und Mannschaftskenntnis und in einer Zeit, in der wenige externe Trainer verfügbar sind.
Die Highlights der kommenden Woche: Wer wird Altachs Trainer, Ende der Vier-Schanzen-Tournee
In den nächsten Tagen wird Altach den neuen Trainer präsentieren. Eric Orie gilt als geeigneter Kandidat, doch eine externe Lösung bleibt möglich.
Im Ski Alpin stehen kommende Woche die Speed-Rennen der Damen in Altenmarkt-Zauchensee auf dem Programm. Im Super-G und in der Abfahrt könnte Lindsey Vonn ein Wörtchen um das Podest mitreden. Bei den Herren fällt der Fokus auf den Riesentorlauf: Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz liefern sich im RTL-Weltcup ein enges Duell mit Marco Odermatt.
In Bischofshofen findet am Dienstag das letzte Springen der Vier-Schanzen-Tournee statt. Favorit ist Domen Prevc, der bereits zwei der drei Bewerbe gewonnen hat. Ein Gesamtsieg ist sehr wahrscheinlich.
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