Sport International Fakten

Verpasst? Das Sporthighlight der Woche: Aufsteiger mit Last-Minute-Tor gegen Arsenal

Der Aufsteiger Sunderland empfing vergangenen Samstag den aktuellen Tabellenführer Arsenal FC. Zwar schienen die Gäste als klarer Favorit, Sunderland erzielte allerdings in der Nachspielzeit noch den hochverdienten Ausgleich zum 2:2. Auch die Siegesserie von zehn Spielen am Stück der Gunners endete. Was macht die Sensationsmannschaft Sunderland so stark?

 

Der Aufsteiger Sunderland machte es Arsenal schwer und erzielte kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer. (Foto: OLI SCARFF / AFP)

Sunderland ist eine Hafenstadt im Nordosten Englands mit rund 174.000 Einwohnern. Alle Fußballfans der Stadt hatten vergangenes Jahr einen großen Grund zu feiern. Der AFC Sunderland stieg in die Premier League auf. Doch Sunderland ist kein typischer Aufsteiger. Sie investierten 187 Millionen für Spieler, undenkbare Summen für österreichische Verhältnisse. Im Vergleich, RB Salzburg hat diesen Sommer gerade mal rund elf Milionen Euro ausgegeben.

Xhaka, Mukiele, Brobbey - Sunderlands perfekter Transfersommer

Für die Rekordsummen wurden auch einige bekannte Namen verpflichtet. Granit Xhaka kam für nur 15 Millionen von Leverkusen. Dort war er unter anderem in der Meister-Saison 2023/24 ein Schlüsselspieler. Im Ballon d’Or erreichte der 33-Jährige 2024 den 16. Platz. In der Premier League ist er aktuell der viertbeste Vorlagengeber. Auch Nordi Mukiele kam im Sommer neu zum Aufsteiger. Der 28-jährige wechselte von Champions-League Sieger PSG für zwölf Millionen und bestritt seit seiner Ankunft jedes Premier-League-Spiel von Anfang an. Der Matchwinner des Spiels gegen Arsenal, Brian Brobbey, wurde ebenfalls im Sommer geholt.

Arsenal bisher in Topform

Vor dem Spiel gegen Sunderland war Arsenal fast unschlagbar. Sie führen die englische Premier League mit vier Punkten Vorsprung an. Von den bisherigen elf Spielen gingen sie nur einmal als Verlierer vom Platz. Dazu kommen zwei unentschieden und acht Siege. Im EFL-Cup und in der Champions League sind sie noch ohne Niederlage. Die Defensive unter Mikel Artete musste bis vor dem Spiel nur drei Gegentore in der Liga hinnehmen. Ihr Angriff ist auch in Topform. 17 Spiele und 35 Tore können die Gunners vorweisen. In der Liga muss Arsenal als nächstes gegen den Stadtrivalen Tottenham ran. Am 26. November kommt es dann zum europäischen Gipfeltreffen mit dem FC Bayern München. Beide sind aktuell punktegleich auf dem ersten Platz. Das Spiel wird wohl zeigen, wer in Europa aktuell die Nase vorne hat. Doch wie konnte der vermeintliche Außenseiter einen Punkt gegen Arsenal holen?

Sunderlands Erfolgsrezept

Entscheidend für den Erfolg war unter anderem Sunderlands Verteidigung. Die Black Heads gingen mit einem 5-4-1 ins Spiel. Bis auf den Stürmer hielten sich oft alle Spieler im oder um den eigenen Strafraum auf. Diese Taktik bewährte sich in der laufenden Saison schon einige Male. Immerhin hatte Sunderland vor der Partie mit Manchester City die zweitbeste Abwehr. Bis dahin bekamen sie nur acht Tore in zehn Spielen. Die kompakte Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Mittelfeld zeigte sich auch in diesem Spiel wieder. Einzelleistungen von Spielern wie Granit Xhaka oder Daniel Ballard waren ebenfalls extrem wichtig, um gegen Arsenal einen Punkt mitzunehmen.

Sunderland-Abwehr bringt Führung in die Pause

Arsenal startete gut und dominierte über weite Strecken das Spiel. Doch in der 36. Minute schießt Ex-Gunner Daniel Ballard das 1:0 für Sunderland. Nach einem langen Ausschuss vom Keeper und der Weiterleitung durch Brobbey, kommt der Ball zu Ballard. Dieser steht im Strafraum und schießt den Ball wuchtig ins kurze Eck. Mit dem Tor bricht er Arsenals Serie ohne Gegentor. Seit Ende September traf bis vor dem Spiel niemand mehr gegen sie. Aber auch Sunderlands Abwehr konnte sich beweisen. Arsenal spielte sich immer wieder gut durch, der entscheidende Pass wurde allerdings immer unterbunden. Die Mannschaft von Sunderland Trainer Régis Le Bris hielt bis zum Halbzeitpfiff hinten alles dicht.

Arsenal dreht Partie mit Traumtor

Anfang der zweiten Halbzeit spielten fast nur die Gunners. Sunderland kommt kaum mehr aus der eigenen Hälfte raus. Bis zur 54. Spielminute konnten die Gastgeber ihre Führung verteidigen. Bukayo Saka traf zum verdienten Ausgleich. Auch danach dominierte Arsenal das Spiel. 20 Minuten später zieht Leandro Trossard aus knapp 18 Meter ab und bringt Arsenal mit einem Traumtor in Führung. Nach dem Treffer wird es ein offenes Spiel. Sunderland mit mehreren und besseren Spielzügen. Brian Brobbey mit zwei guten Chancen, jedoch werden beide zurecht abgepfiffen.

Sunderland gelingt Lucky-Punch

In der Schlussphase hatte Sunderland einige vielversprechende Chancen. Das wirkte sich auch auf die Stimmung aus, welche immer lauter wurde. In der 94. Minute dann das hochverdiente Tor zum 2:2. Eine Flanke wurde von Daniel Ballard weitergeleitet und geht in Richtung Brian Brobbey. Dieser kommt vor dem gegnerischen Torwart an den Ball und legt ihn am Keeper vorbei. Das Unentschieden konnten sie in den letzten Minuten verteidigen und Arsenal ging mit nur einem Punkt zurück nach London.

Österreich mit möglicher WM-Qualifikation, U17 im WM-Achtelfinale

Im Fußball spielen nächste Woche wieder die Nationalmannschaften. Die letzten beiden WM-Quali spiele für Österreich stehen an. Am Samstag geht es auswärts gegen Zypern. Die Qualifikation können sie in diesem Spiel noch nicht fixieren. Am besten sind 3 Punkte, so müssten wir gegen Bosnien "nur" noch unentschieden erreichen. Wenn die Spieler von Ralf Rangnick ihre Qualität auf den Platz bringen, sollte ein Sieg gegen Zypern kein Problem werden. Unsere U17 Nationalmannschaft spielt hingegen schon in der WM in Katar. Mit zwei Siegen sind sie bereits als erstes österreichisches U17-Team fix im Achtelfinale. Gegen Saudi-Arabien konnten die Österreicher mit 1:0 gewinnen, Mali besiegten sie mit einem 3:0. Am Dienstag treffen die jungen Österreicher im dritten Gruppenspiel auf Neuseeland. Der Gegner im Achtelfinale ist noch unklar. Die U17 kann allerdings auch in der KO-Phase weit kommen. Der Titel ist zwar weit weg, Viertelfinale oder Halbfinale können dennoch erreicht werden. Im Ski Alpin finden am Wochenende jeweils ein Herren und ein Damen Slalom in Levi statt. Dort werden die Österreicher versuchen an ihre Erfolge in Sölden anzuknüpfen. Marco Schwarz und Julia Scheib werden mit guten Leistungen wahrscheinlich wieder Chancen auf einen Podestplatz haben. Der achtfache Weltcupsieger Marcel Hirscher fühlt sich noch nicht fit genug und wird in Levi nicht starten.


Dir gefällt der Artikel?

campus a college-Preis für Schüler*innenjournalismus Melde dich an um abzustimmen.

Kommentare

  • Kein Profil-Bild gefunden.
    vor 2 Wochen Yannic Schwab
    Ein sehr gelungener und vielseitiger Artikel, der das überraschende 2:2 zwischen Sunderland und Arsenal klar einordnet und gleichzeitig den Blick über das einzelne Spiel hinaus erweitert. Besonders stark ist, wie du die Hintergründe des überraschend starken Aufsteigers herausarbeitest – die Investitionen, die gezielten Transfers und die taktische Ausrichtung werden anschaulich und verständlich erklärt. Dadurch bekommt der Leser ein gutes Gefühl dafür, warum Sunderland in dieser Saison weit mehr ist als ein klassischer Underdog.

    Auch die Spielanalyse ist gut strukturiert: Du führst den Leser logisch durch die Schlüsselmomente, ohne dabei in reine Chronologie zu verfallen. Die Betonung der defensiven Stabilität Sunderlands und die entscheidenden Einzelaktionen (Ballard, Brobbey) machen klar, dass das Ergebnis kein Zufall war. Gleichzeitig ordnest du Arsenals Formstärke und die Bedeutung des Unentschiedens gut ein.

    Der zusätzliche Blick auf die österreichischen Nationalteams und den alpinen Skiweltcup wirkt thematisch zwar breit, ist aber sauber abgetrennt und gibt dem Text Mehrwert, vor allem in der Rolle einer Kolumne. Eventuell könnte man hier noch flüssiger überleiten oder die Verbindung zwischen internationalem und österreichischem Sportgeschehen etwas stärker herausstellen, damit der Übergang noch natürlicher wirkt.

    Insgesamt jedoch ein klarer, gut recherchierter und lebendig geschriebener Beitrag, der sowohl taktisch Interessierte als auch sportlich breiter orientierte Leser abholt. Besonders die Mischung aus Analyse, Hintergrund und Aktualität macht den Artikel sehr lesenswert.