Ich benutze KI fast täglich, manchmal für einfache Fragen, manchmal für schulische Zwecke. Wenn ich eine Aufgabenstellung nicht verstehe, frage ich zuerst die KI, bevor ich überhaupt versuche, die Lehrperson zu erreichen.
Beim Lernen lasse ich mir den Stoff oft zusammenfassen, damit ich schneller einen Überblick bekomme. Das ist bequem, manchmal zu bequem. Und natürlich weiß ich, dass KI nicht immer richtige Antworten gibt. Trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich meinen eigenen Zweifel kurz ausschalte, sobald mir der Bot etwas präsentiert, das schlau und überzeugend klingt.
Gefahr für uns
Was mich wirklich überrascht hat, ist ein Moment, der mir vor Kurzem passiert ist, als ich einen Text schreiben wollte. Ich merkte plötzlich, dass ich nicht wusste, wie ich anfangen soll. Nicht, weil ich keine Ideen hatte, sondern weil ich erwartete, dass der erste Satz schon „KI-perfekt“ klingen muss. Es war, als hätte ich nicht nur meine Arbeit an die KI abgegeben, sondern auch meinen Mut, schlecht anzufangen. Dieser Gedanke hat mich schockiert. Ich wollte auf einmal so fehlerfrei und perfekt sein wie eine Maschine.
Ich glaube, genau da beginnt das eigentliche Problem. Viele lassen sich ganze Texte schreiben und denken kaum noch selbst nach, das stimmt. Aber noch gefährlicher scheint mir, dass wir verlernen könnten, uns durch das eigene Denken hinaufzuarbeiten. Diese Mühe ist aber oft der Ort, an dem unser eigener Stil entsteht. Ohne eigenen Stil sind wir nichts, nur kreativlose Menschen, die eine oder vielleicht sogar zwei Tasten drücken und einen Text abschicken, ohne zu merken, dass man seine eigene Stimme verloren hat.
Kreativität bewahren
Die neue Technologie ist eine enorme Erleichterung, keine Frage. Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht immer auf die KI verlassen. Denn wenn wir eines Tages die Fähigkeit verlieren, aus unseren eigenen Gedanken Überraschungen zu formen, verlieren wir nicht nur etwas Menschliches, sondern auch etwas zutiefst Kreatives. Also lieber selbst denken, statt andere für sich denken zu lassen.
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