Als Mitglied des Aufklärungsvereins "HPV Impfung jetzt!" (https://www.hpvimpfung.jetzt/) habe ich mich in den letzten 3 Jahren dafür eingesetzt, dass die HPV Impfung für junge Menschen unter 30 in Österreich gratis wird.
Mittlerweile hatten dank unsere Initiative über 230.000 Menschen Zugang zu einer gratis Krebsvorsorge, die sie davor noch über 600€ gekostet hätte. Im Rahmen unserer Arbeit traf ich den damaligen Gesundheitsminister Österreichs, durfte mit der Prinzessin von Liechtenstein Mittag essen und habe neue Freund_innen kennengelernt, die in meinem Alter schon mehrere Start-ups gegründet hatten.
Während all dieser Treffen mit den außergewöhnlichen Personen habe ich mich immer wieder gefragt: Wie bin ausgerechnet ich in solche Situationen gerutscht?
Neu in einer fremden Stadt
Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Wien gekommen bin, kannte ich keine einzige Person in dieser Stadt. Ich war zum Studieren hergezogen und lernte dadurch schnell viel tolle Menschen an der Universität kennen. Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich an die neue Stadt. Studium, Freund*innen, Alltag - alles lief.
Eine Nachricht, ein Kuchen, ein Anfang
Endlich hatte ich einen freieren Kopf und wollte mich in meiner Freizeit ehrenamtlich engagieren. Ich war bereit, meine Zeit nicht nur in Dinge zu investieren, die mir selbst helfen, sondern mich auch für andere einzusetzen. Gleichzeitig wusste ich, dass ich mich in diesem Bereich überhaupt nicht auskannte. Ich kannte keine Organisationen, wusste nicht, wo Hilfe gebraucht wird und wo ich überhaupt anfangen sollte.
Während meiner Studienzeit habe ich eine Person kennengelernt, von der ich wusste, dass sie sehr gut in Wien vernetzt ist. Jemand, der viele Organisationen kennt und mir vermutlich weiterhelfen könnte. Wir hatten eine gemeinsame Freundin, also schrieb ich ihm einfach und fragte, ob er mir Tipps geben könnte. Wir trafen uns auf ein Stück Kuchen, und er erzählte mir, was er alles kennt und was er mir empfehlen kann. Dieser Nachmittag markierte rückblickend genau den Anfang meines Engagements
Die Kraft der Fragen
Fragen stellen statt alles wissen - Das war eigentlich schon immer mein Stil. Schon in der Schule habe ich lieber Fragen gestellt, als selbst lange nachzudenken. Und ehrlich gesagt ist das bis heute so geblieben: Ich bin bequem - und frage lieber.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass sich die meisten Menschen noch gut an ihre eigene Vergangenheit und ihre Anfänge erinnern können. Viele freuen sich, wenn andere ihre Arbeit wertschätzen, ehrliches Interesse zeigen und kluge sowie respektvolle Fragen stellen.
Changemaking beginnt leise
Eine nette Nachricht, die mit ein bisschen Glück auch noch zur richtigen Zeit verschickt wird, kann unglaublich viel bewirken. Mein Engagement begann nicht mit einer großen Tat, nicht mit einer Bühne oder einem Titel.
Sondern mit einem leisen „Entschuldigung, darf ich dich etwas fragen?“
Aus Fragen entstanden Gespräche, aus Gesprächen Möglichkeiten und aus Möglichkeiten kleine Beiträge zu einer besseren Welt.
Wenn ich dir eine Sache mitgeben kann, dann diese: Schreib den Menschen, die du cool findest. Frag sie, was sie tun, wie sie angefangen haben oder ob sie gerade Unterstützung brauchen.
Mit etwas Glück haben sie Zeit zu antworten. Und vielleicht, nur vielleicht, gibt es genau dort Bedarf für deine Hilfe. Und selbst wenn nicht, wirst du dich trotzdem gut fühlen, weil du dich getraut hast zu fragen.
Du musst nicht fertig sein, um anzufangen. Manchmal reicht eine einzige Frage.
Kommentare