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Veränderung ist nur eine Frage entfernt

Ich kannte niemanden in Wien. Und plötzlich saß ich mit Minister_innen, Unternehmer_innen und einer Prinzessin am selben Tisch. Mein Weg ins Changemaking begann nicht mit einem Plan, sondern mit einer einfachen Frage. Dieser Text erzählt, wie man ohne Netzwerk, ohne Titel und ohne perfekte Antworten trotzdem etwas bewegen kann – und das manchmal eine einzige Nachricht reicht, um loszulegen.

Während des 1. Internationalen HPV Tages unterstützte uns der damalige Gesundheitsminister Österreich Johannes Rauch (Foto: Studio Zucker, zur Verfügung gestellt)

Als Mitglied des Aufklärungsvereins "HPV Impfung jetzt!" (https://www.hpvimpfung.jetzt/) habe ich mich in den letzten 3 Jahren dafür eingesetzt, dass die HPV Impfung für junge Menschen unter 30 in Österreich gratis wird.

Mittlerweile hatten dank unsere Initiative über 230.000 Menschen Zugang zu einer gratis Krebsvorsorge, die sie davor noch über 600€ gekostet hätte. Im Rahmen unserer Arbeit traf ich den damaligen Gesundheitsminister Österreichs, durfte mit der Prinzessin von Liechtenstein Mittag essen und habe neue Freund_innen kennengelernt, die in meinem Alter schon mehrere Start-ups gegründet hatten.

Während all dieser Treffen mit den außergewöhnlichen Personen habe ich mich immer wieder gefragt: Wie bin ausgerechnet ich in solche Situationen gerutscht?

Neu in einer fremden Stadt

Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Wien gekommen bin, kannte ich keine einzige Person in dieser Stadt. Ich war zum Studieren hergezogen und lernte dadurch schnell viel tolle Menschen an der Universität kennen. Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich an die neue Stadt. Studium, Freund*innen, Alltag - alles lief.

Eine Nachricht, ein Kuchen, ein Anfang

Endlich hatte ich einen freieren Kopf und wollte mich in meiner Freizeit ehrenamtlich engagieren. Ich war bereit, meine Zeit nicht nur in Dinge zu investieren, die mir selbst helfen, sondern mich auch für andere einzusetzen. Gleichzeitig wusste ich, dass ich mich in diesem Bereich überhaupt nicht auskannte. Ich kannte keine Organisationen, wusste nicht, wo Hilfe gebraucht wird und wo ich überhaupt anfangen sollte.

Während meiner Studienzeit habe ich eine Person kennengelernt, von der ich wusste, dass sie sehr gut in Wien vernetzt ist. Jemand, der viele Organisationen kennt und mir vermutlich weiterhelfen könnte. Wir hatten eine gemeinsame Freundin, also schrieb ich ihm einfach und fragte, ob er mir Tipps geben könnte. Wir trafen uns auf ein Stück Kuchen, und er erzählte mir, was er alles kennt und was er mir empfehlen kann. Dieser Nachmittag markierte rückblickend genau den Anfang meines Engagements

Die Kraft der Fragen

Fragen stellen statt alles wissen - Das war eigentlich schon immer mein Stil. Schon in der Schule habe ich lieber Fragen gestellt, als selbst lange nachzudenken. Und ehrlich gesagt ist das bis heute so geblieben: Ich bin bequem - und frage lieber.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass sich die meisten Menschen noch gut an ihre eigene Vergangenheit und ihre Anfänge erinnern können. Viele freuen sich, wenn andere ihre Arbeit wertschätzen, ehrliches Interesse zeigen und kluge sowie respektvolle Fragen stellen.

Changemaking beginnt leise

Eine nette Nachricht, die mit ein bisschen Glück auch noch zur richtigen Zeit verschickt wird, kann unglaublich viel bewirken. Mein Engagement begann nicht mit einer großen Tat, nicht mit einer Bühne oder einem Titel.

Sondern mit einem leisen „Entschuldigung, darf ich dich etwas fragen?“

Aus Fragen entstanden Gespräche, aus Gesprächen Möglichkeiten und aus Möglichkeiten kleine Beiträge zu einer besseren Welt.

Wenn ich dir eine Sache mitgeben kann, dann diese: Schreib den Menschen, die du cool findest. Frag sie, was sie tun, wie sie angefangen haben oder ob sie gerade Unterstützung brauchen.

Mit etwas Glück haben sie Zeit zu antworten. Und vielleicht, nur vielleicht, gibt es genau dort Bedarf für deine Hilfe. Und selbst wenn nicht, wirst du dich trotzdem gut fühlen, weil du dich getraut hast zu fragen.

Du musst nicht fertig sein, um anzufangen. Manchmal reicht eine einzige Frage.



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Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Ashoka-Jugendprogramm „Generation Changemaker (GenC)". Möchtet ihr auch Changemaker werden? Bis 15. März könnt ihr euch hier anmelden.

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