Kennst du es? Du willst nur kurz Instagram oder Tiktok öffnen und merkst plötzlich das schon wieder zwei Stunden vergangen sind oder du bekommst nur kurz eine Nachricht und findest dich wieder am scrollen. Damit bist du nicht alleine. Vier Stunden beträgt die aktuelle durchschnittliche Bildschirmzeit der Jugendlichen in Österreich laut der JIM Studie 2025. Das hat sehr viel mit Social Media und der aktuellen Suchtkrise zu tun. Algorithmen wurden extra dafür geschaffen wurden, dich süchtig zu machen, denn große Unternehmen profitieren davon.
Deswegen entkommst du dem Algorithmus nicht
Apps wie Instagram und Tiktok haben es auf das Belohnungssystem unseres Gehirns abgesehen. Jedes Mal wenn wir ein Video sehen das unseren Interessen entspricht oder das wir spannend finden schüttet unser Gehirn Dopamin aus. Dopamin gibt uns Motivation und Freude weshalb wir mit scrollen weiter "suchen" um dieses Gefühl wieder zu finden. Der Algorithmus analysiert unser Verhalten genau. Er beobachtet was wir Liken, was wir uns länger anschauen oder bei welchem Inhalt wir sofort weiter scrollen. So erstellt er uns dann einen personalisierten Feed der uns dann wieder mehr spannende Videos anzeigt. Die Wirkung die dieser Effekt auf unser Gehirn hat ist genau dieselbe wie eine Glücksspielsucht. Somit ist Social Media extrem gefährlich, vor allem für Jugendliche.
Der Vergleich: US-Bundesstaaten versus Meta
Die USA versuchte jetzt, das Social Media Verhalten ihrer Jugendlichen sicherer zu gestalten und reichte bereits 2023 eine Klage ein. Mehrere US-Bundesstaaten warfen dem Unternehmen Meta, das Instagram und Facebook besitzt vor zur psychischen Gesundheitskrise von Jugendlichen beigetragen zu haben. Außerdem soll Meta illegal persönliche Daten von Kindern gesammelt haben. Meta wies die Vorwürfe zurück und der Prozess startete August 2026, es kam zu einem Vergleich.
Rechtlich gesehen bedeutet ein Vergleich, dass beide Seiten nachgegeben haben. Es gibt quasi einen Kompromiss. Meta streitet weiterhin jegliches Fehlverhalten ab, aber stimmt zwei konkreten Maßnahmen zu. Zum einen zahlt das Unternehmen 17,1 Milliarden US-Dollar, die zum Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dienen sollen. Zum anderen gibt es Änderungen in der Nutzung der Plattformen Instagram und Facebook.
Die Änderungen
Ausgeschlossen sind Florida und New Mexico, da beide Staaten bereits eigene Verfahren gegen Meta betreiben oder betrieben haben. In den anderen 48 US-Staaten gelten jedoch die strengen, neuen Regeln. Kinder unter 13 Jahren bekommen überhaupt keinen Zugang mehr zu den Plattformen und für 13 bis 17-Jährige sind nur noch zwei Stunden am Tag erlaubt. Zudem bekommen sie an Schultagen von 8 bis 15 Uhr und in der Nacht von 0 bis 7 Uhr keine Benachrichtigungen mehr angezeigt. Ausserdem bekommen sie Erinnerungen, wenn sie ihre Geräte zu lang benutzen. Nach 15, 60 und 90 Minuten am Stück werden sie informiert.
Da viele sich mit Leuten auf Social Media vergleichen und das auch negativ auf die mentale Gesundheit wirken kann, werden Filter die das Gesicht stark verändern, abgeschafft und Minderjährigen werden keine Likes mehr angezeigt. Begründet wird das damit, dass Likes oft als Maßstab für Beliebtheit interpretiert werden können.
Alle diese Maßnahmen treten sofort in Kraft und können nur von Erziehungsberechtigten deaktiviert werden. Ob das Minderjährige tatsächlich besser schützt, steht noch in Diskussion.
Betreffen diese Änderungen bald auch uns?
Meta erklärte, sie schauen noch, wie die Änderungen in den Vereinigten Staaten laufen, Änderungen in der EU sind jedoch auch denkbar. Einige Länder diskutieren über ein generelles Social Media Verbot für Jugendliche, in Australien gibt es dieses ja bereits für unter 16 Jährige. Doch laut aktuellen Umfragen hat es nicht so viel geholfen wie gewünscht. Die Jugendlichen haben andere Wege gefunden, die Plattformen weiter zu benutzen.
Die Österreichische Bundesregierung beschloss im Juli 2026 ein Social Media Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren. Der Gesetzesentwurf befindet sich seitdem in der Begutachtung und soll wenn alles nach Plan der Regierung läuft ab 1.1.2027 in Kraft treten.
Die Frage ist, ob ein komplettes Verbot den Jugendlichen wirklich hilft oder ob es nicht andere bessere Lösungen gibt. Zum Beispiel Stärkungen der Medienkompetenz oder schärfere Regeln im allgemeinen.Was die richtige Lösung für diese aktuelle globale Krise ist wird noch stark diskutiert und viele verschiedene Modelle des versuchten Jugendschutzes werden weltweit umgesetzt.
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