Natürlich finde ich die Städte nicht schlecht oder uninteressant. Ich frage mich nur oft: Was würde ich dort eigentlich machen? Was möchte ich sehen? Mit wem möchte ich hin? Und vor allem: Würde ich mich dort überhaupt wohlfühlen? Denn für mich ist ein Urlaub nicht einfach nur die Frage, in welches Land ich fliege. Viel wichtiger ist, was ich dort erleben werde und mit wem.
Nicht jedes Reiseziel ist mein Reiseziel
Natürlich kann es in einer Stadt unglaublich coole Sehenswürdigkeiten geben. Möglicherweise gibt es bekannte Geschäfte, schöne Gebäude oder Dinge, die man unbedingt einmal gesehen haben soll. Aber ich brauche nicht unbedingt das Gefühl, möglichst viel gesehen haben zu müssen. Ich mag es nämlich überhaupt nicht, wenn es extrem voll ist. Wenn überall Menschen sind und man kaum irgendwo kurz seine Ruhe hat, ist das für mich eher anstrengend als entspannend. Deshalb bevorzuge ich kleinere Städte und Orte, an denen es etwas ruhiger zugeht.
Auch die Menschen, mit denen ich verreise, spielen für mich eine große Rolle. Ich würde nicht einfach irgendwohin fliegen, nur weil es gerade ein beliebtes Reiseziel ist. Wenn ich mit jemandem unterwegs bin, möchte ich mich mit dieser Person auch wirklich wohlfühlen.
„Aktives Ausruhen“

Ich habe zwei Freundinnen gefragt, welcher Urlaubstyp sie sind.
Hanna ist ganz klar der Städtetrip-Typ:
„Wir gehen öfter mal für 2–3 Nächte in irgendeine Stadt und schauen sie uns an. Wir machen das gerne, weil man so in recht kurzer Zeit sehr viel sieht und genau deswegen jeden Tag was zum Anschauen oder zu tun gibt. Für mich ist Urlaub meistens nicht einfach nur Chillen, sondern eher Richtung ‚aktives Ausruhen‘.“
Und irgendwie finde ich genau diesen Begriff interessant: aktives Ausruhen.
Für Hanna bedeutet Urlaub offenbar nicht unbedingt, möglichst wenig zu machen. Im Gegenteil: Neue Orte entdecken und jeden Tag etwas unternehmen gehört für sie gerade dazu. Bei mir wäre das wahrscheinlich schon etwas anders.
Hauptsache Meer

Ejla ist dagegen eher der Strandurlaub-Typ:
„Ich persönlich bin mehr der Fan von Strandurlauben, da ich mich dort gut entspannen kann und somit meinen Kopf für mehrere Tage frei kriege.“
Ihre Familie verbringt meistens zehn Tage am Strand. Besonders das Meer und Sonnenuntergänge gefallen ihr.
Und ja, auch wenn ich nicht unbedingt der klassische Strandurlaub-Typ bin, verstehe ich diesen Gedanken. Dieses Gefühl, einfach einmal nichts erledigen zu müssen und den Kopf freizubekommen, kann schon ziemlich schön sein.
Mein perfekter Urlaub war mit sechs
Wenn ich darüber nachdenke, wann ich gemerkt habe, welcher Urlaubstyp ich eigentlich bin, muss ich gar nicht lange überlegen. Mit sechs Jahren war ich zum ersten Mal in einem Urlaub, an den ich mich wirklich komplett erinnern kann: in den Niederlanden. Und bis heute ist dieser Urlaub für mich wahrscheinlich einer der schönsten überhaupt. Aber nicht, weil wir dort irgendwelche weltberühmten Sehenswürdigkeiten gesehen hätten. Nicht, weil wir jeden Tag einen neuen Ort abgeklappert hätten. Und auch nicht, weil dort besonders viele Touristen waren.
Ganz im Gegenteil. Es waren nette Menschen, es war nicht besonders voll und ich war mit meiner Familie dort. Eigentlich war es für mich fast wie ein Urlaub, der genau auf mich zugeschnitten wurde.
Also welcher Urlaubstyp bin ich?
Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich wahrscheinlich sagen: Ich bin der ruhige Urlaubstyp. Ich brauche keine riesigen Sehenswürdigkeiten, die jeder kennt. Ich brauche keine überfüllten Städte und auch nicht jeden Tag ein neues Programm. Viel wichtiger ist mir, dass ich weiß, mit wem ich unterwegs bin, dass ich mich dort wohlfühle und dass ich einfach einmal abschalten kann.
Vielleicht ist genau das auch das Interessante an Urlaub: Es gibt nicht den einen perfekten Urlaub. Für Hanna bedeutet Urlaub, möglichst viel zu entdecken. Für Lejla bedeutet er, am Strand abzuschalten. Und für mich bedeutet er vor allem, mit den richtigen Menschen an einem ruhigen Ort zu sein.
Und ehrlich gesagt brauche ich dafür kein London, kein New York und auch kein Dubai. Manchmal reicht mir einfach ein ruhiger Ort, meine Familie und das Gefühl, gerade genau dort sein zu wollen.
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