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Warum unser Schulsystem krank ist

Gute Noten, Leistung und immer konzentriert sein – nur so kommt man weiter. Aber stimmt das wirklich?

 

Ist Leistung wirklich so wichtig? Sollte es nicht um mehr gehen? (Foto: shutterstock)

Ich sitze im Klassenzimmer, starre auf das Blatt vor mir und auf einmal ist alles weg. Noch am Abend davor konnte ich alle Antworten, doch jetzt fühle ich nur Stress, Druck und Leere im Kopf. Genau solche Situationen entscheiden oft über die Noten von Schülern, obwohl sie wenig darüber aussagen, was jemand wirklich kann oder an Wissen besitzt. Schularbeiten und Tests bestimmen häufig die Leistung und das Können, doch ich finde, ihr Einfluss sollte nicht so stark sein.

Lehrkräfte bewerten die Schüler anhand von Tests, Schularbeiten, Mitarbeit und weiteren Leistungen. Eine Schularbeit oder ein Test sollte jedoch nicht so viel Gewicht haben.

Die Bedeutung von Schularbeiten im Vergleich zu anderen Leistungen

Für mich hat eine Schularbeit weniger mit Wissen zu tun, sondern mehr mit dem Gedächtnis. Wer sich vieles merken kann für eine Schularbeit oder einen Test, hat einen Vorteil gegenüber jemandem, der sich Dinge nicht so gut merken kann. Vor allem bei Themen, die hauptsächlich auswendig gelernt werden müssen, wie Vokabeln. Menschen, die Vokabeln schnell behalten, schneiden dadurch besser ab als andere, die sich mit dem Erinnern schwer tun.

Hinzu kommt, dass vor der Schularbeit Stress und Druck entstehen. Durch diesen Stress vergessen Schüler auch Dinge oder Erinnerungen fehlen.

Stress und Blockaden bei Prüfungen

Blockaden erschweren zusätzlich die Prüfung. Ich selbst hatte auch Blockaden, bei denen keine Erinnerung mehr vorhanden war. Ich saß bei der Prüfung und plötzlich war alles weg. Die Dinge, die ich gerade angeschaut hatte, waren einfach nicht mehr präsent. Es kommt auch vor, dass ich mich erinnere, auf welcher Seite etwas stand, welche Farbe es hatte oder wie das Diagramm aussah, aber nicht, was dort geschrieben war.

Der Film „Jugend ohne Gott“ als Beispiel

Der Film „Jugend ohne Gott“ zeigt, wie unmoralisch ein System sein kann, in dem alle Aussagen eingehalten werden müssen und kein Hinterfragen erlaubt ist. Er verdeutlicht, wie sehr Menschen das System leiten und erwarten, dass die Leistung eingehalten wird.

Die ständige perfekte Leistung

Ein Fehler und schon eine schlechte Note. Wie fair ist das eigentlich? Schüler schreiben eine Schularbeit pro Semester, die die Hälfte der Note ausmacht, so ist es auch in Österreich. Wenn an diesem Prüfungstag ein schlechter Tag ist oder die Konzentration nachlässt, läuft die Schularbeit auch nicht so, wie gewünscht. Das Gute ist, dass manche Professoren sagen, dass sie die Note durch Mitarbeit oder Tests ausbessern können. Sie ermöglichen zum Beispiel, von einer fünf auf eine vier zu kommen, aber von einer fünf auf eine eins ist in dem Fall nicht möglich. Es gibt aber auch Professoren, bei denen die Note nicht ausgebessert wird und Schüler auf einem Nichtgenügend stehen, und das alles durch eine Schularbeit.

Ich kann nachvollziehen, dass Professoren etwas brauchen, womit sie die Leistung bewerten können, aber ich hinterfrage, ob sie die Leistung wirklich anhand einer Prüfung bewerten sollten und ob nicht Mitarbeit, zusätzliche Übungen und Ausarbeitungen mehr eine Rolle spielen sollten.


Kommentare

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    vor 3 Wochen Johanna Wagmeier
    Leider ist es immer noch so, dass viele Schüler:innen es als unfair empfinden, wenn sie bei guter Testnote und wenig Mitarbeit insgesamt schlechter beurteilt werden als jemand mit schlechter Testnote und guter Mitarbeit. Dabei ist es viel mehr Aufwand, jede Stunde aktiv dabei zu sein als einmal alles auswendig zu lernen.
    Das ist meine Sicht als Lehrerin, trotzdem bleibe ich dabei, Mitarbeit muss mehr berücksichtigt werden.