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Unser Gehirn verschweigt uns mehr, als wir denken

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Volontärin · HLA Baden
04.12.2025
2 Min.

Vertraut ihr eurem Gehirn voll und ganz? Sollten wir eigentlich, oder? Es heißt aber: Vertraue niemandem außer dir selbst. Denn unser Gehirn filtert Informationen einfach aus oder verändert sie und meint es dabei gut mit uns.

Unser Gehirn trickst uns aus, zum Beispiel, um uns nicht mit negativen Erinnerungen zu belasten. (Foto: Shutterstock)

Unser Gehirn verschweigt uns sehr vieles und nimmt den Alltag nicht komplett wahr. Die "unwichtigen Sachen", wie Nebengeräusche oder nicht essenzielle Informationen, filtert es aus, bevor wir einen Zugang dazu bekommen.

Irrtum

Wir Menschen irren uns oft und mit oft meine ich OFT. Wir nehmen Informationen auf und unser Gehirn besteht darauf, dass diese Informationen zu 100 Prozent sicher und richtig sind, auch wenn sie falsch sind. Wenn wir eine Erinnerung wieder aufrufen, verändert sie sich jedes Mal.

Konflikte

Das Gehirn schützt uns wie ein Schild vor schlechten Erinnerungen. Sei es eine unangenehme Erfahrung oder ein Trauma. Erinnerungen daran unterdrückt es, um uns emotional zu stabilisieren.

Manchmal zeigt sich das in Form von Vergessen, manchmal in Form von emotionaler Distanz. Details wirken verschwommen, Gefühle sind weniger intensiv oder bestimmte Momente tauchen gar nicht mehr in unserem Bewusstsein auf.

Das bedeutet nicht, dass diese Erinnerungen vollständig verschwunden sind, sie liegen meistens im Unterbewusstsein, wo sie nicht ständig verarbeitet werden müssen. So kann unser Gehirn verhindern, dass negative Erlebnisse unseren Alltag dominieren oder uns dauerhaft lähmen.

Warum dieses Verschweigen wichtig ist

Das unbewusste Ausblenden von Informationen hat also einen Nutzen. Es spart Energie, schützt unsere Psyche und ermöglicht es uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Doch funktioniert das bei jedem Menschen gleich?

Hyperthymnesie

Schon mal was von Hyperthymnesie gehört? Jill Price ist die erste dokumentierte Person mit dieser Fähigkeit. Sie erinnert sich an jeden einzelnen Tag, den sie erlebt hat. An jede einzelne Emotion, jedes Gespräch und an jede Begegnung, die sie jemals hatte.

Sie erinnert sich nicht nur an die schönen Momente, sondern auch an schmerzhafte und traumatische Erlebnisse. Für sie muss es schwer sein, dass selbst unangenehme Erinnerungen so lebendig bleiben, während die meisten Menschen solche Erfahrungen unbewusst ausfiltern. Hyperthymnesie ist also nicht nur ein Geschenk, sondern kann auch eine große emotionale Belastung sein.





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