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Machen wir uns nichts vor: Lehrkräfte und Schulsystem sind nicht (immer) gerecht

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Volontärin · Joseph Haydn-Realgymnasium
1 Kommentar
05.02.2026
2 Min.

Noten sollen Leistung widerspiegeln und Fairness gewährleisten. Doch im Schulalltag erleben viele SchülerInnen das Gegenteil: Ungerechte Bewertungen, Bevorzugung einzelner Personen und fehlende Transparenz führen zu Frustration und Demotivation.

Viele Lehrer haben Lieblingsschüler. Das sollte nicht sein! (Foto: Kenny Eliason/unsplash)

Das Bildungssystem soll dafür sorgen, dass jedes Kind die gleichen Chancen erhält. Dennoch hat sich fast jeder von uns schon mindestens einmal in der Schule ungerecht behandelt gefühlt, vor allem, wenn es um Noten und Leistungen geht.

Ich gebe euch ein Beispiel aus meinem Schulalltag: Am Ende des Semesters liest die Lehrperson die Noten vor, und ich merke, dass meine Note ziemlich enttäuschend ist. Dabei versuche ich stets, im Unterricht aufzupassen und aktiv mitzuarbeiten. Trotzdem gibt es immer wieder Schülerinnen, die von der Lehrperson bevorzugt werden und deshalb bessere Bewertungen erhalten. Manchmal bekommen einzelne Schülerinnen sogar eine bessere Zeugnisnote, als ihre schriftlichen Leistungen eigentlich erwarten lassen, während die Bemühungen der übrigen Schülerinnen kaum beachtet werden. Bedauerlicherweise sind mehrere Klassenkameradinnen, nicht nur ich, von dieser Ungleichbehandlung betroffen.

Wie Ungerechtigkeit unser Leben beeinflusst

Durch ungerechte Bewertungen erreichen wir oft nicht die gewünschten Ergebnisse und fühlen uns trotz großer Anstrengungen demotiviert und hilflos. Selbst wenn Betroffene versuchen, etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu unternehmen, wird ihnen von Lehrpersonen häufig nicht zugehört, und manchmal bekommen sie sogar Ärger dafür. Doch das sind nur die kurzfristigen Folgen: Langfristig können unfaire Noten die Chancen auf einen guten Studien- oder Arbeitsplatz deutlich verringern.

Einsatz für unsere Rechte

Warum wird uns das Recht auf Selbstverteidigung genau an dem Ort genommen, an dem wir darüber lernen sollten? Die Schule soll uns auf das Leben in einer sozialen Gesellschaft vorbereiten. Deshalb sollten wir über unsere Probleme sprechen dürfen und Unterstützung erhalten. Manchmal würde es schon ausreichen, die Lehrperson konfrontieren zu können und dabei ernst genommen zu werden.

Leider gibt es jedoch immer wieder Lehrerinnen, die „Lieblingsschülerinnen“ haben und dadurch unfair beurteilen. Meiner Meinung nach sollten deshalb in jedem Fach klare und nachvollziehbare Bewertungskriterien eingeführt werden, damit niemand benachteiligt wird.


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Kommentare

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    am 06.02.2026 Vanessa Vyhnalek
    Das ist ein sehr wichtiges Thema, welches leider oft als Einbildung abgestempelt wird. Vielen Lehrern fällt das teilweise gar nicht auf und sobald sich ein Schüler für sich einsetzt, wird ihm eingeredet, er habe unrecht und solle nicht überreagieren. Der Artikel ist sehr gut geschrieben und macht auf dieses Thema sehr gut aufmerksam.