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Als kleines Mädchen haben andere mich verspottet, weil ich anders war. Dabei sind wir alle gleich

Ob Zuhause, im Freundeskreis oder in der Schule: Nicht alle Menschen werden gleich viel respektiert, sei es aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder ihres Geschlechts. Das ist bitter. Eine gerechtere Welt sollte ein Grundrecht für uns alle sein.

Anders zu sein ist kein Verbrechen. (Foto: La Fabbrica Dei Sogni/unsplash)

Ich erinnere mich noch genau an ein kleines Mädchen aus meiner Volksschulzeit. Sie saß oft allein in der Pause, weil die anderen Kinder sie auslachten. Sie machten sich über ihr Aussehen lustig, über ihre Kleidung und darüber, dass sie anders sprach als die meisten. Ich erinnere mich noch genau daran, denn ich war dieses Mädchen.

Als jemand, der als Kind nicht perfekt Deutsch sprechen konnte und außerdem anders aussah als die anderen Kinder, war es für mich nie einfach, im Freundeskreis oder in der Schule wirklich angenommen zu werden. Schon sehr früh erkannte ich das ungerechte Verhalten anderer mir gegenüber. Warum ist dieses eine Mädchen nett zu jedem, aber nicht zu mir? Warum wird meine gute Note nicht anerkannt, während die von anderen sofort gelobt wird? Liegt es daran, dass ich dunklere Haare und dunklere Augen habe als die meisten anderen?

Solche Fragen sollte sich ein kleines Mädchen nicht stellen müssen. Trotzdem waren sie ständig in meinem Kopf. Ich begann an mir selbst zu zweifeln und wünschte mir, so auszusehen wie alle anderen: blonder, heller und möglichst unauffällig. Nicht, weil ich mich selbst nicht mochte, sondern weil ich einfach nur „normal“ behandelt werden wollte. Rückblickend macht mich das traurig, denn kein Kind sollte das Gefühl haben, sich verändern zu müssen, um akzeptiert zu werden.

Diese Erfahrungen hörten leider nicht mit der Kindheit auf. Vor Kurzem passierte mir etwas Ähnliches erneut. Ich stand in einer Schlange und wurde lange angestarrt, als würde ich dort nicht dazugehören. Die Blicke fühlten sich unangenehm und wertend an, fast so, als wäre ich am falschen Ort. Dabei führe ich auch nur ein ganz normales Leben wie jeder andere Mensch.

Neben unfairer Behandlung aufgrund meines Aussehens habe ich auch erlebt, wie ungerecht Menschen aufgrund ihres Geschlechts behandelt werden. In Diskussionen in meinem Umfeld höre ich immer noch Sätze wie: „Geh in die Küche“ oder „Du hast kein Recht zu reden“. Dass es in unserer heutigen Zeit noch immer Jungs gibt, die an solche Denkweisen glauben, erschreckt mich.

Mädchen sind außerdem häufiger davon betroffen, wegen ihres Körpers beleidigt zu werden. Wie kann es sein, dass ein Junge, der selbst sehr dünn ist, ein Mädchen als „Skelett“ bezeichnet? In welchem Universum ist das logisch oder fair?

Unfairness begegnet mir leider auch heute noch viel zu oft. Trotzdem wünsche ich mir eine Welt, in der Menschen einander respektvoll begegnen, unabhängig von Aussehen, Herkunft oder Geschlecht. Eine Welt, in der niemand ausgegrenzt, ausgenutzt oder herabgesetzt wird. Vielleicht klingt das naiv, aber ich glaube fest daran, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist, wenn wir anfangen, einander wirklich als gleichwertig zu sehen.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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