Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und überlege, was ich anziehen soll. Eigentlich ist er voll und trotzdem habe ich das Gefühl, nichts Passendes zu finden. Ein paar Minuten später schaue ich online nach und entdecke schon das nächste Kleidungsstück, das mir gefällt. Ich weiß, dass ich es nicht unbedingt brauche. Trotzdem ist es verlockend, einfach auf „Bestellen“ zu klicken.
Genau solche Situationen bringen mich zum Nachdenken. Es ist einfach, die Schuld bei der Politik oder bei großen Unternehmen zu suchen. Schließlich verursachen sie große Mengen an Umweltschäden. Aber ehrlich gesagt: Was bringt es, ständig mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn wir selbst nichts verändern?
Ich merke das auch bei mir. Ich fahre manchmal mit dem Auto, obwohl die Strecke eigentlich nicht weit ist. Ich kaufe Kleidung, obwohl mein Kleiderschrank schon voll ist. Und natürlich ist es bequem, etwas schnell online zu bestellen, anstatt darüber nachzudenken, ob ich es wirklich brauche.
Wir wollen alles, aber bitte ohne Verzicht
Wir wollen jederzeit einkaufen können. Wir wollen das neueste Handy, neue Kleidung und Essen aus aller Welt. Gleichzeitig soll alles billig, schnell und bequem sein. Aber irgendwo muss der Preis dafür bezahlt werden – und den zahlen nicht nur wir.
Wir können nicht verlangen, dass sich beim Umweltschutz etwas ändert, während wir selbst an jeder Gewohnheit festhalten. Umweltschutz bedeutet manchmal auch, auf etwas zu verzichten oder eine unbequeme Entscheidung zu treffen.
Jeder von uns trifft Entscheidungen
Niemand zwingt uns dazu, jedes Jahr neue Kleidung zu kaufen. Niemand zwingt uns, Lebensmittel wegzuwerfen, nur weil sie nicht mehr perfekt aussehen. Und niemand zwingt uns, für jede kurze Strecke ins Auto zu steigen.
Natürlich hat nicht jeder die gleichen Möglichkeiten. Wer auf dem Land lebt und keine gute Busverbindung hat, kann nicht einfach auf das Auto verzichten. Aber gerade deshalb geht es nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, ehrlich auf das eigene Verhalten zu schauen und dort etwas zu verändern, wo es möglich ist.
Unsere Bequemlichkeit hat Folgen
Das vielleicht Unangenehmste am Umweltschutz ist: Wir können die Verantwortung nicht einfach abschieben.
Jeder Einkauf, jede Autofahrt, jedes weggeworfene Essen und jedes unnötig gekaufte Produkt ist eine Entscheidung. Eine einzelne Entscheidung wird die Welt nicht verändern. Aber Millionen Menschen, die jeden Tag solche Entscheidungen treffen, schon.
Für mich ist deshalb klar: Wir alle sind dafür verantwortlich. Die Politik kann Regeln schaffen. Unternehmen können nachhaltiger produzieren. Aber wir entscheiden mit unserem Verhalten jeden Tag mit, welches System wir unterstützen.
Kommentare