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Unglaublich, wie Donald Trump mich schon früh morgens nervt

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Volontär · BRG Kufstein
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13.04.2026
3 Min.

Früher haben wir in der Pause über Fußball oder das Wochenende geredet. Jetzt geht es plötzlich um Zölle, Grönland-Käufe und Twitter-Tiraden. Donald Trump schafft es, dass selbst 15-Jährige am Gymnasium über Politik diskutieren. Und das ist nicht immer eine gute Sache.

Donald Trump geht uns leider alle an. (Foto: Shutterstock)

Montag, 7:45 Uhr. Der Pausenhof wird zur politischen Arena

Ich stehe mit meinen Freunden beim Schuleingang, noch halb verschlafen. Plötzlich zückt einer sein Handy: „Habt ihr gesehen, was Trump jetzt wieder gepostet hat?“ Ich scrolle durch die News, irgendetwas über Kanada als 51. Bundesstaat, Grönland kaufen oder besetzen und eine Drohung, den Panama-Kanal zurückzuholen. Mein erster Gedanke: „Das kann doch nicht echt sein.“ Mein zweiter: „Natürlich ist es echt.“

Vor ein paar Jahren hätten wir über solche Themen gelacht oder sie ignoriert. Jetzt stehen wir da und diskutieren ernsthaft darüber, ob ein Präsident wirklich ein ganzes Land kaufen kann. Die Grenze zwischen Realsatire und Politik verschwimmt, und irgendwie fühlt sich das alles surreal an.

Im Unterricht: Wenn der Geschichtslehrer aufgibt

Unser Geschichtslehrer versucht, über EU-Politik zu sprechen, aber jemand wirft ein: „Und was ist mit Trumps neuen Zöllen?“ Plötzlich sind wir mitten in einer hitzigen Debatte. Manche finden ihn „erfrischend direkt“, andere halten ihn für gefährlich. Ich sitze dazwischen und versuche zu verstehen, wie jemand so polarisierend sein kann.

Was mich wirklich stört: Es geht oft nicht mehr um Argumente, sondern um Lager. Entweder man ist dafür oder dagegen – Grautöne scheinen zu verschwinden. Ich merke, wie schwer es wird, mir eine eigene Meinung zu bilden, wenn viele um mich herum schon so festgelegt sind. Manchmal wünsche ich mir, Politik wäre wieder langweilig, weil langweilig oft auch stabil bedeutet.

Die Auswirkungen auf mein Weltbild

Früher dachte ich, Politiker treffen vor allem durchdachte Entscheidungen. Trump zeigt mir eine andere Seite: spontane Tweets, impulsive Ankündigungen, Chaos als Strategie. Das Verrückte daran? Es scheint zu funktionieren. Seine Anhänger schätzen genau diese Unberechenbarkeit, während seine Gegner ständig darauf reagieren.

Für mich als Schüler ist das verwirrend. In der Schule lerne ich, mit Fakten zu argumentieren, Quellen zu prüfen und logisch zu denken. Und dann sehe ich, wie jemand mit zugespitzten Aussagen und einfachen Botschaften so viele Menschen erreicht. Das bringt einiges ins Wanken, was ich bisher für selbstverständlich gehalten habe.

Wenn Freundschaften an Politik zerbrechen

Das Krasseste: Ich habe erlebt, wie Freunde wegen Trump-Diskussionen gestritten haben – richtig gestritten. Nicht dieses „Wir sind unterschiedlicher Meinung und gut ist“, sondern ein angespanntes Schweigen danach. Ein Klassenkamerad meinte einmal: „Wer Trump gut findet, mit dem kann ich nicht befreundet sein.“ Das hat mich nachdenklich gemacht. Seit wann beeinflusst ein US-Präsident, mit wem wir hier in Österreich befreundet sind?

Gleichzeitig kann ich es ein Stück weit verstehen. Für viele steht Trump nicht nur für Politik, sondern für grundlegende Werte. Themen wie Klimawandel, der Umgang mit Fakten oder der Ton gegenüber anderen sind für viele mehr als nur Meinungen. Und plötzlich bin ich mittendrin, obwohl ich eigentlich nur meinen Schulalltag bewältigen will.

Mein Umgang damit

Ich habe für mich entschieden: Ich möchte mir eine eigene Meinung bilden, ohne mich in ein Lager drängen zu lassen. Ja, vieles, was Trump macht, sehe ich kritisch, vor allem den Umgang mit Fakten und die starke Polarisierung. Gleichzeitig versuche ich zu verstehen, warum ihn so viele Menschen unterstützen.

Vielleicht ist das das Wichtigste, was ich daraus mitnehme: Die Welt ist komplizierter, als ich lange gedacht habe. Und während ständig neue Schlagzeilen auftauchen, versuche ich, ruhig zu bleiben und nicht auf jede Aufregung sofort zu reagieren.

Am Ende bleibt für mich die Frage: Wie viel Raum gebe ich dieser ganzen Aufregung in meinem Leben? Und die ehrliche Antwort ist: manchmal immer noch zu viel.




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