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Vier von zehn Ehen zerbrechen: Warum Liebe für die Ewigkeit nicht funktioniert

Die meisten Beziehungen scheitern oder sind unglücklich. Häufig liegen die Gründe dafür tiefer als vermutet und haben biologische, psychologische und gesellschaftliche Wurzeln.

 

Verliebtsein hält nicht ewig. Die Beziehung meist auch nicht. (Foto: pixabay/gornostai_nastya)

In Österreich scheitern vier von zehn Ehen und die Beziehungen, die über Jahrzehnte hinweg halten, sind meist nicht glücklich. Viele vermuten dahinter fehlende Beziehungsfähigkeit oder zu geringe Bereitschaft, an einer Beziehung zu arbeiten. Die Ursachen reichen jedoch tiefer und liegen möglicherweise in der eigenen Herkunft und Genetik.

Menschen stammen von affenähnlichen Vorfahren ab bzw. teilen wir Vorfahren mit anderen Primaten. Ein Blick auf die nächsten Verwandten im Tierreich zeigt schnell: Monogame Lebensweisen kommen dort kaum vor. Affen leben selten in festen Zweierbeziehungen, sondern pflegen meist mehrere Partnerschaften. Diese Lebensweise schließt Bindungen nicht aus, doch lebenslange Treue entspricht nicht ihrem natürlichen Verhalten.

Die biologische Grundlage von Beziehungen

Warum erwarten Menschen dennoch, ein Leben lang mit nur einer Person glücklich zu bleiben? Die Vorstellung ewiger Liebe wirkt eher wie ein gesellschaftliches Ideal als wie ein biologisches Prinzip. Nähe, Liebe und Geborgenheit zählen zu grundlegenden Bedürfnissen, eine lebenslange Beziehung ergibt sich daraus jedoch nicht zwangsläufig. Vor diesem Hintergrund überrascht die hohe Zahl gescheiterter Partnerschaften kaum.

Gleichzeitig spricht nichts gegen die Fähigkeit zu Liebe und Verantwortung. Viele Menschen wünschen sich Stabilität und eine feste Bindung. Im Laufe des Lebens verändern sich jedoch Persönlichkeiten, Interessen und Ziele. Gefühle bleiben ebenfalls nicht immer konstant. Leben sich zwei Menschen auseinander, erscheint eine Trennung oft ehrlicher als ein dauerhaft unglückliches Zusammenbleiben.

Veränderungen in Beziehungen und ihre Folgen

Menschen sind vermutlich weniger für ein ewiges Beisammensein geschaffen als für echte, intensive Beziehungen. Trennungen verdienen daher nicht automatisch das Etikett des Scheiterns. Auch eine zeitlich begrenzte Liebe kann wertvoll und bedeutsam sein.

Vielleicht liegt die Herausforderung nicht darin, Beziehungen um jeden Preis aufrechtzuerhalten, sondern sie bewusst und respektvoll zu gestalten. Eine Partnerschaft erfüllt ihren Sinn auch dann, wenn sie Wachstum ermöglicht und beide Beteiligten ein Stück auf ihrem Lebensweg begleitet.

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