Weltweit ist die Lage für herrenlose Tiere dramatisch: Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation gehen davon aus, dass es fast 200 Millionen streunende Hunde und noch mehr streunende Katzen gibt, die ohne Schutz und Versorgung auf den Straßen leben.
Auch in Europa ist dieses Problem groß. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass dort über 100 Millionen Hunde und Katzen ohne festen Besitz irgendwo unterwegs sind.
Jedes Leben zählt
Weltweit gibt es Organisationen, die sich dem Schutz hilfloser Straßentiere, vor allem Hunde, widmen und versuchen, ihr Leben zu retten. Eine dieser Organisationen kenne ich persönlich: Ein Arbeitskollege meiner Mutter setzt sich gemeinsam mit seiner Frau mit großem Herzen dafür ein, Straßenhunden in Bosnien eine Chance auf ein besseres Leben zu geben.
Unter dem Namen „Die Straßentiere aus Sanski Most“ reisen Muhammed und seine Frau regelmäßig nach Bosnien. Mit einem Auto voller Futter versorgen sie verlassene Hunde mit Nahrung und Wasser und bauen einfache Hütten für sie. Diese bieten Schutz vor Regen, Wind, Hitze und Kälte, aber auch vor Menschen. Denn Straßenhunde gelten dort oft als wertlos. Viele werden ignoriert, misshandelt oder ihrem Schicksal überlassen. Ausgesetzte Welpen werden überfahren oder getreten, ohne dass jemand eingreift.
Da beide Vollzeit arbeiten, können Muhammed und seine Frau nur wenige Male im Jahr für jeweils etwa zwei Wochen vor Ort helfen. Trotzdem lassen sie die Hunde nie allein: Das ganze Jahr über machen sie auf ihr Leid aufmerksam, sammeln Spenden für Futter und Tierarztkosten und konnten bereits mehreren herrenlosen Hunden ein liebevolles Zuhause in Österreich vermitteln.
Stoppt das Leid
Jedes Lebewesen hat ein Recht auf ein schönes Leben, nicht nur wir Menschen. Viele Hunde sind jedoch völlig schutzlos. Tierheime sind überfüllt, und unzählige Straßenhunde leben bei jedem Wetter draußen. Sie haben keinen Schatten im Sommer, keinen sicheren Ort bei Regen oder Gewitter und sind der Hitze wie auch der eisigen Kälte hilflos ausgeliefert. Jeden Tag kämpfen sie ums Überleben.
Die Arbeit von „Die Straßentiere aus Sanski Most“ schenkt diesen Hunden Hoffnung: Hoffnung auf ein Zuhause, auf liebevolle Menschen und darauf, dass ihr Leben zählt. Doch dieser Einsatz ist nicht immer leicht. Muhammed erzählt von Tierschützern, die bedroht wurden und deren Autos mutwillig beschädigt wurden. Trotzdem geben sie nicht auf – ein starkes Beispiel dafür, welchen Widerständen Tierschützer begegnen, obwohl sie nur helfen wollen.
Der Umgang mit Straßenhunden erfordert Geduld, Einfühlungsvermögen und viel Liebe. Viele dieser Hunde haben nie gelernt, Menschen zu vertrauen. Tierschützer müssen Nähe schenken, ohne zu überfordern, und den richtigen Abstand finden. Vor allem aber braucht es eines: echte Liebe zu diesen Vierbeinern, denn sie ist die Grundlage für jede Hilfe.
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