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Tiefseebergbau: Haben wir die Natur nicht schon genug ausgebeutet?

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09.02.2026
2 Min.

Schon seit Längerem steht die Frage nach Tiefseebergbau oder Deep Sea Mining im Raum. Dabei werden Manganknollen, die voller seltener Metalle sind, abgebaut und verwertet. Die meisten dieser Abbauflächen liegen jedoch in internationalen Gewässern, welche von der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) mit ihren rund 170 Mitgliedsstaaten verwaltet wird. Wer hat also ein Anrecht auf die Rohstoffe?

Die unerforschte Tiefsee soll in Zukunft vielleicht wirtschaftlich genutzt werden. Doch sind die gewonnenen Ressourcen den Verlust von Ökosystemen wert? (Foto: NOAA)

Die Meere und somit auch der Meeresboden jenseits nationaler Hoheitsgewalt gehören uns allen und werden von der ISA (International Seabed Authority oder Internationale Meeresbodenbehörde) verwaltet. Sie handelt im Interesse der gesamten Menschheit, zum Schutz der Meeresumwelt und sorgt für Nachhaltigkeit.

Richtlinien und Rechte

Jetzt steht die ISA jedoch unter Druck. Große Firmen wollen eine Genehmigung für Tiefseebergbau. Trotz dieses Drucks gibt es bis jetzt keinen „Mining Code“. Also keine Genehmigung für internationalen Tiefseebergbau, bei dem sie hohe Gewinne erwarten. Das ist unter anderem so wegen der „General Policy for the Protection and Preservation of the Marine Environment“, einer allgemeinen Grundsatzregelung zum Schutz der Meeresumwelt. Staaten haben jedoch souveräne Rechte in ihren nationalen Meereszonen. So wie Norwegen.

Norwegens Statement

Im Jahr 2024 legte die norwegische Regierung Pläne vor, um ein Gebiet für den Tiefseebergbau zwischen Spitzbergen und der Insel Jan Mayen zu erschließen. Zwei Jahre später hat die neu gewählte Regierung jedoch festgelegt, dass bis zur Parlamentswahl 2029 kein Geld mehr für den Tiefseebergbau zur Verfügung stehen wird. Damit ist ein deutliches Zeichen für Norwegens Tiefseebergbau gesetzt. Es gibt vorerst keine Zukunft für den Rohstoffabbau am Meeresgrund.

Doch was wird überhaupt abgebaut?

Die am Meeresgrund liegenden Manganknollen liegen in einer Tiefe von 3.000 bis 6.000 Metern und sind voller seltener Stoffe wie zum Beispiel Mangan, Nickel, Molybdän, Kobalt, Lithium und Wolfram. Diese Stoffe werden für Batterien oder Windkraftanlagen – also auch für erneuerbare Energiequellen – benötigt. Der Haken daran: Man kann nicht alles, was in den Manganknollen enthalten ist, herauslösen, und es wird ein bis jetzt fast unerforschtes Ökosystem zerstört.

Ein unberührtes Ökosystem

Organisationen wie Greenpeace oder WWF verweisen darauf, dass bei der Entnahme der Manganknollen aus dem Sediment am Meeresgrund riesige Maschinen zum Einsatz kommen. Diese bergen die lose am Boden liegenden, braun-schwarzen Manganknollen. Auf diesen kartoffelähnlichen Mineral-Klumpen leben jedoch Wesen wie Korallen und Schwämme, die eine wichtige Lebensgrundlage für andere Arten bieten. Arten, von denen wir nichts wissen. Arten, die wir durch den Tiefseebergbau vielleicht nie kennenlernen werden. Veränderungen dieser Ökosystem können unberechenbare Folgen haben. Zudem ist die Tiefsee ein entscheidender Faktor für die Regulation des Klimas. Sie nimmt langfristig große Mengen an Kohlenstoff auf.

Was es stattdessen braucht

Die durch den Tiefseebergbau zerstörten Ökosysteme können sich nur langsam oder möglicherweise gar nicht mehr erholen. Das hat Auswirkungen auf das Klima und andere Ökosysteme dieser Welt. Um das zu verhindern, braucht es strikte internationale Richtlinien. Um den Abbau von solchen seltenen Rohstoffen überhaupt zu verhindern, sollte man sich mehr auch die Wiederverwendung und bessere Recyclingmethoden fokussieren statt immer neue Geschäftszweige zu erschließen.

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