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Süchtig nach dem Scrollen? Warum Social Media immer mehr Jugendliche überfordert

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Volontärin · BRG Kufstein
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25.11.2025
2 Min.

Wir hängen ständig am Handy, und oft fühlt sich das gar nicht mehr so entspannt an. Zwischen lustigen Videos und coolen Bildern entsteht ein Druck, der uns mehr stresst, als wir denken.

Üben die Sozialen Medien Druck auf uns aus? (Foto: unsplash/Z ROBIN WORRALL)

Social Media gehört für fast alle Jugendlichen zum Alltag. Kurz vor der Schule noch schnell durch TikTok wischen, in der Pause Storys checken, abends ein bisschen Instagram, so sieht es für viele aus. Doch immer häufiger berichten junge Leute, dass sie sich dadurch gestresst, müde oder sogar traurig fühlen. ExpertInnen sprechen inzwischen von einer „stillen Krise“, die vor allem uns Teenager trifft.

Rund um die Uhr online

Soziale Netzwerke leben davon, ständig neue Inhalte zu zeigen. Jedes Video, jeder Post will noch aufregender wirken als der davor. Für viele Jugendliche entsteht ein Gefühl, ständig etwas zu verpassen. Diese ständige Reizflut führt dazu, dass das Gehirn kaum zur Ruhe kommt. Einige erzählen, sie würden nachts stundenlang wachliegen, obwohl sie eigentlich schlafen wollen, das Handy bleibt die ganze Zeit eng bei ihnen. Die Grenzen zwischen Freizeit und Überforderung verschwimmen.

Dazu kommt ein weiterer Druck: Auf Social Media wirkt fast alles perfekt. Jugendliche vergleichen ihr eigenes Leben mit anderen, die scheinbar jeden Tag etwas Spannendes erleben. Viele posten Fotos, die stark bearbeitet sind, oder zeigen nur Momente, die gut aussehen. Dadurch entsteht ein ungesundes Bild davon, wie Alltag eigentlich aussieht. Besonders Mädchen erzählen, dass sie sich unsicher fühlen, wenn sie ständig mit vermeintlich perfekten Körpern oder „glamourösen“ Leben konfrontiert werden.

Jugendliche können oft keine Grenzen ziehen

Psychologinnen warnen schon länger, dass dieses Gefühl von ständiger Bewertung nicht spurlos bleibt. Jugendliche berichten von Angst, nicht genug zu sein, oder vom Druck, immer online und erreichbar zu sein. Gespräche mit Schulberaterinnen zeigen, dass immer mehr Teenager Probleme damit haben, Grenzen zu setzen. Viele wissen zwar, dass ihnen das Scrollen nicht guttut, doch der Griff zum Handy ist oft stärker als jede Vorsicht.

In mehreren Ländern wird deshalb diskutiert, wie junge Menschen besser geschützt werden können. Einige PolitikerInnen fordern strengere Regeln für Plattformen, zum Beispiel klare Hinweise zu Bildschirmzeit oder Warnungen vor besonders belastenden Inhalten. Andere setzen eher auf Bildung: Schulen sollen Jugendlichen helfen zu verstehen, wie Social Media funktioniert und wie Inhalte beeinflusst werden. Ziel ist es, selbstbewusster und kritischer zu scrollen.

Trotz aller Probleme gibt es aber auch positive Seiten. Social Media verbindet Jugendliche, die ähnliche Interessen oder Sorgen haben. Viele finden dort Gruppen, in denen sie Unterstützung bekommen oder sich kreativ ausdrücken können. Die Frage ist also nicht, ob Social Media schlecht oder gut ist , sondern, wie Jugendliche die Plattformen nutzen, ohne dabei unterzugehen. Wie sie Grenzen ziehen können.

Fest steht: Social Media wird so schnell nicht verschwinden. Gerade deshalb ist es wichtig, Methoden zu entwickeln, die Jugendlichen helfen, im digitalen Alltag stark zu bleiben. Dazu gehört, Pausen zu machen, Freundschaften offline zu pflegen und ehrlich über Stress zu sprechen. Nur so bleibt Social Media ein Ort, an dem Freude entsteht , statt zusätzlicher Druck.



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