Wir Jugendliche tragen Streetwear nicht nur, wir leben sie. Hoodies, Sneaker und Caps sind mehr als Kleidung. Sie sind ein Statement, ein Lifestyle und ein Stück unserer Identität. Streetwear ist überall: in TikTok-Videos, auf den Laufstegen von Paris und Mailand und in den Shops, die wir stundenlang durchscrollen, um das limitierte Teil zu ergattern. Kein Wunder, dass der Markt rasant wächst und Marken wie Supreme, Nike oder Louis Vuitton das Spiel der Jugendkultur bestimmen.
Laut einer Studie von Business of Fashion und McKinsey sind weltweit etwa sechzig Prozent der Streetwear-Konsumenten jünger als 25 Jahre. Fast ein Drittel der Gen Z gibt einen großen Teil ihres Budgets für Streetwear aus.
Die Entstehung des Streetwear-Stils
Streetwear entstand in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren in den USA. Früher nannten wir diesen Stil „Do-It-Yourself“-Mode, weil Kleidung nicht fertig gekauft wurde, sondern selbst gestaltet oder verändert werden musste. Geschäfte für Streetwear gab es kaum, wer den Look tragen wollte, musste kreativ werden. T-Shirts wurden bemalt oder mit Logos und Bandnamen bedruckt. Shawn Stüssy gilt als Pionier: Er druckte Basics wie weiße T-Shirts eigenhändig mit seinem Logo.
Kleidung wurde zudem aus Protest gegen teure Mode zerrissen, mit Sicherheitsnadeln fixiert oder mit Bleiche verändert. Streetwear symbolisierte Unabhängigkeit, Individualität und die Absage an Mainstream-Trends.
Der „Urvater der Luxus-Streetwear“
In den 1980er-Jahren brachte Dapper Dan die Luxuswelt der Haute Couture und die rohe Energie der Straße zusammen. In seinem Atelier in Harlem fertigte er 1982 Maßanfertigungen an, die er „Knock-ups“ nannte. Er druckte Logos von Marken wie Gucci, Louis Vuitton und Fendi auf Jacken und Hoodies und machte auffällige Markenlogos zum Statussymbol in der Hip-Hop-Szene. Stars wie Eric B. & Rakim, Salt-N-Pepa und Mike Tyson trugen seine Designs.
Ursprünglich nutzte er Markenlogos ohne Erlaubnis, was 1992 zu rechtlichen Problemen führte und zur Schließung seines Ateliers. Jahrzehnte später kam es zur Versöhnung, und Dapper Dan arbeitet inzwischen mit Gucci zusammen. (Quelle: The New York Times, 2021)
Wie Streetwear weltweit bekannt wurde
Die Verbreitung des Stils geschah langsam. In den 1990er-Jahren trugen Musiker in Musikvideos Marken wie Adidas, Nike oder Carhartt, während die Skateszene Brands wie Vans und Stüssy populär machte. Plötzlich wollten wir diesen Look tragen, um Teil einer coolen Community zu sein.
Marken wie Supreme revolutionierten den Verkauf durch limitierte „Drops“. Fans standen stundenlang an, um ein Teil zu ergattern, und auf Resell-Märkten stiegen die Preise stark an. Der endgültige Durchbruch kam, als Luxusmarken wie Gucci oder Louis Vuitton Streetwear akzeptierten und verkauften. Designer wie Virgil Abloh brachten Hoodies und Sneaker auf die Pariser Laufstege. Kooperationen zwischen Louis Vuitton und Supreme machten deutlich, dass Streetwear der neue Luxus ist.
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