Wer kennt es nicht: Man steht in einer Umkleidekabine in einem Kleidungsgeschäft, genervt, weil man einfach nicht das passende Kleidungsstück findet. Bei den meisten Mode-Ketten könnte man meinen, man findet doch auch noch andere Größen, perfekt passend. Aber nicht bei „Abercrombie & Fitch“, einer Mode-Kette gegründet von Mike Jeffries. Denn diese Kette sei, laut Jeffries, „für coole Kids“. Damit meint er nicht den Beliebtheitsgrad in der Schule, sondern das Dünnsein. Selbst die Mitarbeiter in den Filialen sind alle schlank oder gut gebaut.
Nur schlanke Frauen willkommen
Mike Jeffries äußerte sich schon vor einigen Jahren eine kritisch dazu. Betroffen sind Mädchen und Frauen: Eine Kleidungsgröße XL oder gar XXL ist in deren Abteilung nicht zu finden, bei Männern aber schon. Schließlich müssen ihre starken Muskeln in die Kleidung passen, nicht wahr? Jeffries erhöhte in der Folge seinen Unbeliebtheitsgrad nur noch mehr. Denn neben diesem „Bodyshaming“ soll der CEO von „Abercrombie & Fitch“ auch noch des sexuellen Missbrauch und aggressiver Statements schuldig sein.
Es gibt keine "normale" Größe
Ist die Sache mit den Kleidergrößen jetzt aber Diskriminierung, oder einfach nur eine Modemarke, die nur „normale“ Größen repräsentieren möchte? Da stellt sich wiederum die Frage: Gibt es normale Größen? Gibt es nicht. Jeder Mensch hat eigene Maße und niemand kann dadurch als „normal“ bezeichnet werden, weder mit der Größe XS noch mit der Größe XXL.
So macht Jeffries völlig unnötige Aussage auch keinen Sinn. Er motiviert doch damit nur noch mehr junge Mädchen, an ihrem Selbstbild zu zweifeln und sich dadurch schlimmstenfalls sogar in Lebensgefahr zu bringen. Das schadet nicht nur dem Image der Marke, sondern, wichtiger, der Gesundheit vieler jungen Menschen.
Doch nicht nur Betroffene, sondern auch Nutzer*nnen im Netz sind darauf aufmerksam geworden. Ein Shitstorm war die Folge. Angesichts der Aussagen, die sich Jeffries erlaubt hat, war solch eine Reaktion erwartbar, oder nicht?
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