Nun, mal ganz vorneweg, diese Verschwörungstheorien stimmen natürlich nicht. Ja, für Risikogruppen können Impfungen schädlich sein – die sollten sie dann auch nicht durchführen. Aber die oben genannten Behauptungen und die meisten anderen, die man auf diversen Internet-Foren findet, sind schlicht und ergreifend falsch.
Die Studie, die den durch Impfungen verursachten Autismus bestätigen sollte, ist so ungültig, wie wenn ich drei Leute in einem Café nach ihrer Lieblingstorte befrage und aufgrund ihrer Antwort behaupten würde, alle Leute würden am liebsten Sachertorte essen. Die „Studie“ hat nämlich mit gefälschten Ergebnissen gearbeitet und wurde an nur 12 Kindern durchgeführt. Eine aussagekräftige Studie müsste viel mehr ProbandInnen haben. Also nein, Impfungen lösen keinen Autismus aus.
Auch ist es mir völlig rätselhaft, wie Mikrochips in Impfstoffen sein sollen. Die Regierung hat definitiv nicht das Geld dafür, ebensowenig wie die Pharmakonzerne, um so etwas flächendeckend durchzuführen. Geschweige denn ein Motiv. Sollten wir alle überwacht werden, würde das definitiv anders durchgeführt werden. Und rein wissenschaftlich kann ich mir nicht vorstellen, dass man so einfach unsichtbare Mikrochips in unsere Blutbahnen einspeisen kann.
Wie funktionieren Impfungen eigentlich?
Bei Totimpfstoffen wird eine geringe Dosis dieser Stoffe, die nicht reproduktionsfähig sind, in unsere Blutbahn befördert, was aber ziemlich ungefährlich ist. Auf dieser Basis können dann bei Bedarf Antikörper gebildet werden. Bei mRNA funktioniert das anders, sodass nur die Erbinformation der Virusproteine in unsere Zellen gelangen und das Immunsystem so Antikörper bilden kann. Letztere Methode wird um einiges seltener eingesetzt, da sie noch nicht so lange existiert.
Ich habe hier wirklich nur die Basics zusammengesucht und Ärzte, Krankenhäuser oder Virologen können das noch viel besser und vor allem detailreicher erklären.
Wozu sind Impfungen gut?
Einfach gesagt, sie bringen unserem Immunsystem bei, gewisse Viren zu erkennen und zu bekämpfen. Wir haben bei Erkrankungen weniger Symptome oder auch gar keine, und sie senken die Sterberate immens. Zwar sind infizierte Menschen mit Impfung immer noch ansteckend, wie wir an der Corona-Pandemie sehen konnten, aber das Risiko verringert sich stark. Impfungen haben bei der Eindämmung von vielen Krankheiten wie Masern, Pocken, Covid-19 oder der echten Grippe geholfen.
Gegen was kann man sich in Österreich impfen lassen, und was ist empfohlen?
Im Impfplan von 2025/26 sind ziemlich viele Impfungen empfohlen, von denen mehr als die Hälfte zumindest bis zu einem gewissen Lebensjahr kostenlos sind. Vor allem als Säugling bekommt man permanent verschiedene Spritzen. Ab der 7. Woche sind 9 Impfungen möglich, die auch alle gratis sind. Später im Leben sind dann noch 5 kostenlose empfohlen wie beispielsweise Influenza, Covid-19, die man beide jährlich nachholen kann oder HPV mit den 2 Impfungen. Auch FSME, Meningokokken oder Varizellen sind am Plan, kosten aber Geld. Vor allem die erste sollte man auch immer wieder auffrischen, am besten alle 5 Jahre. Den genauen Impfplan findet ihr auf der Website des Sozialministerium.
Außerhalb der Empfehlungen kann man sich auch noch viele Reiseimpfungen anschaffen, wie beispielsweise gegen Gelbfieber. In manchen Gebieten der Welt sind solche sogar Pflicht, d.h., die Einreise ohne eine kann Besuchern verweigert werden. Je nach Land unterscheiden sich die Empfehlungen, auf der Website unseres Außenministeriums finden sich länderspezifische Informationen dazu.
Die große Debatte: soll ich mich impfen lassen?
Nun ja, davon müssen wir uns grundsätzlich alle unser eigenes Bild machen. Ich selbst habe fast alle kostenlosen Impfungen, aber auch die gegen FSME und Schafplattern (ja, die gibt es tatsächlich). Vor allem bei HPV zweifeln viele an der Vorsichtsmaßnahme. Zweifel kommen oft von Berichten, dass die Impfung schmerzhafter sein soll. Diesen Erfahrungen kann ich zustimmen, allerdings sollte man Die Impfung trotzdem durchführen. Das Krebsrisiko an gewissen Körperstellen sinkt unter anderem immens, aber alle Vorteile könnt ihr wieder auf der Website unseres Sozialministeriums finden.
Ich persönlich bin dafür, sich impfen zu lassen. Ein Gespräch mit einem seriösen Hausarzt, um die Risiken und Vorteile vorher abzuwägen ist empfehlenswert, aber solange man keiner Risikogruppen angehört, spricht nichts gegen Impfungen. Vor allem die Zeckenimpfung oder jene gegen HPV sind so wichtig, da das Risiko für eine Erkrankung die eines kleinen Piksers schlägt.
Auch Reiseimpfungen sind sehr, sehr wichtig. Selbst wenn man ohne sie einreisen darf, ist das Infektionsrisiko ohne sie oft so hoch, dass es schon an Dummheit grenzt, sie nicht durchzuführen. So wie bei eigentlich fast allen Impfungen. Nur weil ein Haufen Verrückter in den USA der Meinung sind, dass die Menschheit auch ohne sie gut klar gekommen zu sein, ist das noch lange nicht wahr.
Denn wenn man sich die Todesopferzahl von Pocken oder anderen Krankheiten vor der Erfindung der Impfung und danach anschaut, kann man sehen, wie viele Leben diese Erfindung eigentlich rettet - wenn die Menschen nur nicht dumm genug sind, ein paar Verschwörungstheoretikern zuzuhören. Denn wie oben schon angeführt, die meisten Gerüchte über sie stimmen nicht. Sie lösen weder Autismus aus oder verändern unsere DANN, noch enthalten sie Miniroboter der Regierung. Denn sie wurden mit einem Ziel vor Augen entwickelt: uns zu helfen.
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