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Sind wir empfindlicher geworden, oder einfach nur müde?

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28.02.2026
1 Min.

In den vergangenen Monaten fällt mir immer öfter auf, dass sich etwas verändert hat. Es ist nichts Großes, nichts Schlagzeilenträchtiges. Es sind Kleinigkeiten. Und doch wirken sie bedeutend.

Wenn der Bus scahrf bremst, schauen alle kurz auf. Dasnn senken sie ihre Blicke wieder auf ihre Telefone. (Foto: Shutterstock)

Ich habe das Gefühl, dass Menschen in der Stadt unhöflicher geworden sind. Sie grüßem nicht zurück. Wenn man jemanden grüßt, kriegt man meist keine Antwort oder nicht mal einen Blickkontakt. Es gibt auch viele, die sich schneller angegriffen fühlen. Man sagt etwas Harmloses und die Person denkt, dass du sie gerade beleidigt hast. Ich habe das Gefühl, dass wir nicht mal mehr richtig zuhören, oder die meisten warten nur drauf, sich mit jemanden zu streiten.

Ich habe auch etwas anderes beobachtet. Es betrifft nicht nur andere, sondern auch mich. Wenn ich eine Sprachnachricht aufnehme und sie danach höre, ist meine Stimme fremd. Es ist meine Stimme, aber sie hört sich nicht so an. Vielleicht, weil wir uns selbst immer anders hören, als andere uns hören.

Und dann das im Bus oder Bahn. Alle schauen auf ihre Handys jeder in seins. Kein Kontakt mit anderen in der Umgebung. Aber wenn das Fahrzeug bremst, heben fast alle gleichzeitig den Kopf. Für einen kurzen Moment schauen sich alle an und dann senken sie wieder ihre Blicke auf ihre Handys.

Vielleicht sind wir nicht unhöflich geworden. Vielleicht sind wir nur müde und überfordert, abgelenkt. Aber vielleicht wäre gerade deshalb mehr Kommunikation wichtig und mehr Aufmerksamkeit für andere Menschen.



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