Ich bin 18 Jahre alt und Fußballtrainerin von 10- bis 14-jährigen Mädchen. Durch diese Rolle habe ich noch mehr verstanden, dass jung sein nicht bedeutet, unverwundbar zu sein. Im Training sehe ich, wie sehr Faktoren wie Schlaf, Ernährung und Bewegung die Leistungen beeinflussen. Die einen kommen voller Energie, während andere schnell erschöpft und müde sind. Doch oft liegt das nicht am Können, sondern an ihren Gewohnheiten außerhalb des Trainings.
Ja, junge Menschen oder auch Kinder sind belastbar und regenerieren schneller als ältere Menschen. Aber ich sehe auch, dass unser Körper genau auf das reagiert, was wir ihm geben oder eben nicht geben. Und genau deshalb glaube ich, dass alles, was wir heute tun, unsere zukünftige Gesundheit sehr stark prägt.
Denn für mich bedeutet gesund sein mehr als nur nicht krank zu sein. Es bedeutet, Energie zu haben, konzentriert zu sein, mental stabil zu bleiben und sich im eigenen Körper wohlzufühlen. Gesundheit ist körperlich und psychisch und beides beginnt nicht erst im Erwachsenenalter. Ganz im Gegenteil, denn junge Menschen leiden immer mehr an mentalen Problemen sowie auch an starker Unbeweglichkeit oder Unsportlichkeit.
Kleine Gewohnheiten bewirken Großes
Ich merke ganz deutlich, wie sehr Schlaf, Sport und Stress meinen Alltag beeinflussen. Wenn ich genug schlafe, bin ich leistungsfähiger und ausgeglichener. Besonders in der Schule ist dies sehr bemerkbar. Wenn ich mich regelmäßig bewege und mich gesund ernähre, fühle ich mich stärker, nicht nur körperlich, sondern auch mental.
Aber ich merke genauso schnell, wenn ich zu wenig schlafe oder zu viel Stress habe. Denn dann fehlt mir Energie, meine Konzentration lässt nach und selbst meine Geduld, auch im Kontakt mit anderen Menschen, wird weniger.
Viele Jugendliche denken nicht bewusst über Prävention nach. Vielleicht, weil Gesundheit selbstverständlich wirkt. Vielleicht, weil man sich stark fühlt und negative Folgen weit entfernt erscheinen. Doch Gewohnheiten entstehen früh. Wer schon jung lernt, sich wenig zu bewegen oder ungesund zu essen, nimmt diese Muster oft ins Erwachsenenalter mit.
Warum Vorsorge jetzt beginnen sollte
Ich glaube, dass Prävention nicht erst dann beginnt, wenn Probleme auftreten. Sie beginnt mit kleinen Entscheidungen im Alltag. Mit der Entscheidung, sich zu bewegen, auch wenn man müde ist. Mit der Entscheidung, Wasser statt Energy-Drinks zu trinken. Mit der Entscheidung, auf ausreichend Schlaf zu achten oder über Stress zu sprechen, statt alles in sich hineinzufressen. Diese Entscheidungen zu treffen und sich aufzuraffen ist schwer, doch unglaublich wichtig für unseren Körper.
Als Trainerin und große Schwester sehe ich mich auch als Vorbild. Ich werde genau beobachtet, wie ich lebe. Deshalb ist es mir wichtig zu zeigen, dass Sport Freude machen soll und dass gesunde Ernährung nicht nur aus grünem Zeugs besteht.
So komme ich also zur entscheidenden Frage: Sind junge Menschen wirklich unverwundbar? Ich glaube, wir fühlen uns oft so. Aber unser Körper merkt sich, wie wir mit ihm umgehen. Genau deshalb bin ich überzeugt, dass je früher wir anfangen, Verantwortung zu übernehmen, desto stärker gehen wir in unsere Zukunft und haben die Möglichkeit ein langes, gesundes und glückliches Leben erleben zu dürfen.
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