Vorweg, ich hab zuerst die ersten zwei Staffeln der Serie geschaut und erst dann die Bücher gelesen. Ich glaube, dies war der beste Weg, den ich einschlagen konnte.
Adaptionen
Ach ja, Verfilmungen. Schon fast eine Plage der Streamingdienste. Ob Percy Jackson, The Rings of Power oder Foundation, man wird sie nicht mehr los. Ich selbst bin meist Verfechterin der Bücher, und als ich gesehen habe, dass Silo auf einem solchen basiert, wollte ich es fast nicht schauen, denn Apple hat schon mal eine bekannte Sci-Fi-Reihe verunstaltet: Foundation.
Foundation
Ich selbst bin ein riesiger Fan der Bücher und hatte viel Gutes über die Serie gehört, viele Rezensionen auf Filmzeitschriften waren sehr gut. Die Serie mag ja ganz hübsch anzusehen sein, aber sie ist die schlechteste Adaption, die ich in meinem Leben gesehen habe. Und damit meine ich um einiges inakkurater als Serien wie The Rings of Power. Wenn man bei den Rezensionen auf IMDb etwas unter die Oberfläche schaut, findet man großteils sechs Punkte mit derselben Aussage: ganz nett, hat aber mit Foundation nichts zu tun.
Silo
Aber ich hatte sonst nichts zu schauen und beschloss, die Serie mal auszuprobieren. Und es hat sich gelohnt. Bereits nach der ersten Folge war ich in ihren Bann gezogen. Das Schauspiel von Rebecca Ferguson und Tim Robbins ist wahnsinnig gut, das Pacing genau richtig und Set und Kostüme sehr schön.
Aber worum geht es eigentlich? Ich werde hier nicht zu viel verraten, denn es ist besser, ohne Vorwissen in die Serie hineinzugehen.
In unbekannter Zukunft ist die Menschheit so gut wie ausgerottet, nur in einem Silo unter der Erde leben genau 10.000 Menschen nach strengen Regeln: Jeder arbeitet mit, die Frauen bekommen Verhütungsimplantate. Regel Nr. 1: Niemand geht hinaus. Wenn man diese Regel bricht und sagt, dass man raus will, wird diesem Wunsch nachgekommen und man wird zum Kameraputzen dorthin geschickt. Innerhalb von wenigen Minuten können die Einwohner eine neue Leiche vor dem Cafeteria-Bildschirm bewundern. Unsere Hauptfigur ist Juliette „Jules“ Nichols, eine Mechanikerin von ganz unten, der aus dem Nichts nach dem Tod von Sheriff Holston dessen Job angeboten wird. Mehr verrate ich schon nicht.
Meine Meinung
Die ersten beiden Staffeln basieren auf dem Buch Wool. Die erste Staffel ist meiner Meinung nach um einiges besser als ihr geschriebenes Äquivalent. Das Buch ist nicht besonders gut geschrieben und hat vor allem am Anfang einen sehr merkwürdigen Plot. Auch wird uns viel zu wenig über die Charaktere erzählt, sodass wir lange die Persönlichkeit von Jules nicht kennen. In den späteren Büchern ändert sich das aber und der Plot nimmt sehr schnell Fahrt auf.
Ich kann nicht sagen, ob der Erzählstil der deutschen Übersetzung besser ist, bezweifle es aber stark. In der Serie gibt es durchaus wichtige Änderungen, aber das Schauspiel und der neue, ausgebaute und ergänzte Plot machen das allemal wett.
Bei der zweiten Staffel kommen mir aber schon Zweifel auf, da ich mir nicht vorstellen kann, dass der Plot der weiteren Bücher Shift und Dust noch gut verfilmt werden kann. Es wurden kleine „Fehler“ gemacht, also Dinge aus dem Buch verändert, die aber Basis für weitere Handlungsstränge sind. Für das Verständnis sind sie noch nicht wichtig, werden es aber später noch. Ich hoffe, die Showrunner und Autoren finden dafür eine gute Lösung.
Zielpublikum
Das Buch hat eine sehr spezifische Zielgruppe. Es ist für Sci-Fi-Nerds, die gerne Dystopien lesen. Jemand, der diese Genres nicht mag, wird auch keinen Gefallen am Buch finden. Auch ist es keine YA-Dystopie wie beispielsweise The Maze Runner oder The Hunger Games, was auch noch abschreckend wirken kann. Die Serie ist für ein breiteres Publikum gemacht und einfacher zugänglich, da der durchaus gewöhnungsbedürftige Schreibstil, der für Sci-Fi typisch ist, wegfällt. Wer nicht durch 1984 kam, dem wird auch das Buch nicht gefallen, aber ich kenne sogar Gegner des Genres, denen die Serie zugesagt hat.
Fazit
Ich kann sowohl die Serie als auch die Bücher wärmstens empfehlen, am besten wäre es meiner Meinung nach, einfach beides zu lesen bzw. zu schauen. Zwar bietet das Buch eine flüssigere Handlung im Kontext der gesamten Reihe, aber wenn man rein die bereits erschienenen Folgen in Betracht zieht, ist das bis jetzt egal. Wenn ihr also mal die Chance habt, schaut euch die Serie unbedingt an.
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