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Tradwife: Schön inszeniert, aber gefährlich für unser selbstbestimmtes Leben

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16.03.2026
3 Min.

Viele junge Frauen träumen von einem ruhigen Leben zuhause, dank Social-Media-Influencerinnen wie Hannah Neeleman oder Nara Smith scheint es zum Greifen nah. Doch hinter der scheinbaren Idylle steckt eine gefährliche Illusion: Unabhängige Frauen zeigen Abhängigkeit als erstrebenswert, und Rollenbilder aus den 1950ern bekommen plötzlich wieder Glanz.

Ein Leben für Mann und Heim. Wie erfüllend ist das und schafft es Abhängigkeiten? (Foto: shutterstock)

Ah ja: Gehirn ausschalten, jung reich heiraten, den Ehemann alles bestimmen lassen. Klingt gut, oder? Für viele junge Frauen auf Social Media ist genau das erstrebenswert. Leute wie Hannah Neeleman oder Nara Smith haben riesige Followerzahlen und der Großteil davon sind Mädchen, die diesen Lebensstil gerne nachahmen würden. Nichts scheint verlockender als ein ruhiges Leben zuhause, in dem man sich nur um Kinder, Essen und Kleidung kümmern muss. Schon alte Werbungen sagten: „Eine Frau hat nur zwei Fragen im Leben: Was soll ich anziehen, und was soll ich kochen?“

Die 1950er rufen, aber wollen wir wirklich zurück?

Viele Menschen wollen dieses Leben tatsächlich, nicht nur junge Mädchen, sondern auch ältere Männer, die Frau und Sklavin zugleich haben möchten. Sie sehnen sich nach einem einfacheren Leben mit „traditionellen“ Geschlechterrollen, genauer gesagt nach jenen der weißen, europäisch-nordamerikanischen Oberschicht der 1950er. Der Mann arbeitet, die Frau bleibt zuhause zum Kochen oder für die Kinder. Was dabei oft vergessen wird: Diese Rollenverteilung war damals nicht freiwillig. Deshalb kämpft die feministische Bewegung seit Jahrzehnten dagegen. Warum sollten Influencerinnen freiwillig diese Rollen übernehmen?

Money, Money, Money

Es gibt zwei große Gründe. Der erste: Der Großteil dieser Influencerinnen hat extrem reiche Ehemänner. Hannah Neelemans Mann Daniel ist der Sohn von David Neeleman, dem Besitzer gleich zweier Fluggesellschaften, während Nara Smiths Ehemann Lucky Blue Model ist.

„Aber sie selbst verdienen doch auch Geld, oder?“

Ja, genau, und das macht sie schon längst nicht zu echten „Tradwives“. Alle verdienen selbstständig über Social Media. Und hier liegt die Falle: Sie zeigen jungen Frauen ein Bild von Abhängigkeit und Einordnung in traditionelle Rollen, während sie selbst unabhängig bleiben. Junge Frauen sehen das und denken: „Oh, das könnte ich nachmachen!“, vergessen aber, dass vieles davon inszeniert ist. Sie begeben sich freiwillig in Abhängigkeit, und das kann nicht gut ausgehen. Der Feminismus hat nicht umsonst gegen solche Rollenbilder gekämpft.

It‘s a rich man‘s world

Solche Influencerinnen setzen unsere Gesellschaft zurück, egal, ob das ihre Absicht ist oder nicht. Individuell wollen sie vielleicht nur ein sanftes, einfaches Leben, aber auf gesellschaftlicher Ebene werden dadurch Prozesse in Gang gesetzt, die unser Zusammenleben nachhaltig verändern können. Wir sehen es auch bei politischen Entwicklungen: Während Donald Trumps Wahlkampf 2020 tauchten immer mehr dieser Influencer im TikTok-Algorithmus auf, und wir können beobachten, wie sich dies auf Frauen- und Menschenrechte auswirkt. Rechte werden nach und nach eingeschränkt, bis irgendwann Grundrechte auf dem Spiel stehen.

Religion spielt dabei ebenfalls eine Rolle, besonders das Christentum. Vor allem die „Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints“ propagiert sehr traditionelle Rollenbilder. Viele Frauen heiraten dort früh und halten sich an strikte Regeln, von magischer Unterwäsche über das Verbot von Kaffee bis zu Missionen. Diese Praktiken haben einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft, aber das ist ein Thema für einen eigenen Artikel.

Für ein unkompliziertes Leben weniger sollten wir nicht unsere Rechte aufgeben müssen, besonders nicht, wenn einige wenige versuchen, uns gleichzeitig zu täuschen.


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