Mit 15 saß Michael Gregoritsch noch in der Schule, wenige Monate später debütierte er für den Kapfenberger SV in der österreichischen Bundesliga und traf gleich mit seiner zweiten Ballberührung. An meiner Schule, dem BRG Oeverseegasse, erzählen sich die Schüler bis heute Geschichten über ihn. Ich wollte wissen wie der spätere Teamspieler als Schüler war und fragte seinen ehemaligen Turnlehrer Wolfgang Schachner.
Wie war Michael Gregoritsch als Schüler?
Schachner: Michael Gregoritsch war ein ruhiger, höflicher und unkomplizierter Schüler. Über seine schulischen Leistungen kann ich allerdings nur wenig sagen, da ich ausschließlich sein Sportlehrer war. Im Sportunterricht fiel er jedoch durch seinen Ehrgeiz, seine Disziplin und sein außergewöhnliches Talent auf.
Hat man sein Talent schon früh erkannt?
Schachner: Ja, sein fußballerisches Talent war bereits in jungen Jahren deutlich zu erkennen. Vor allem in der Schülerliga übernahm er Verantwortung, führte seine Mannschaft an und organisierte vieles selbst.
Hatte er schon in der Schule den Ruf: „Der wird einmal Profifußballer"?
Schachner: Ja, viele waren schon damals überzeugt, dass Michael den Sprung in den Profifußball schaffen würde. Seine Leistungen in der Schülerliga waren außergewöhnlich, und sein Talent war für alle deutlich sichtbar. Deshalb überraschte es später kaum jemanden, dass er tatsächlich Profifußballer wurde.
Wie sind Michael und seine Mitschüler damit umgegangen, dass sein Vater selbst erfolgreicher Fußballer und Trainer war?
Schachner: Natürlich spielte der erfolgreiche Hintergrund seines Vaters eine Rolle. Michael trat dadurch schon früh sehr selbstbewusst auf. Seine Mitschüler bewunderten ihn und fanden es spannend, dass sein Vater im Profifußball bekannt war. Trotzdem blieb Michael auf dem Boden und wurde von seinen Klassenkameraden geschätzt.
Waren andere Schüler auf ihn eifersüchtig oder wollte jeder mit ihm befreundet sein?
Schachner: Nach meiner Erinnerung wollten die meisten mit ihm befreundet sein. Michael war nicht nur ein hervorragender Fußballspieler, sondern auch ein sympathischer und umgänglicher Mensch. Neid spielte kaum eine Rolle, vielmehr wurde er von seinen Mitschülern bewundert.
Wie hat er Schule und Fußball kombiniert?
Schachner: Über seine Leistungen in anderen Unterrichtsfächern kann ich keine genaue Auskunft geben. Soweit ich mich erinnere, gelang es ihm jedoch, Schule und Fußball gut miteinander zu verbinden. Auf dem Sportplatz war er stets konzentriert, engagiert und mit voller Begeisterung dabei.
Was ist Ihnen besonders an ihm aufgefallen?
Schachner: Besonders beeindruckt hat mich seine Einstellung. Michael gab niemals auf und arbeitete konsequent an seinen Zielen. Selbst wenn etwas nicht sofort funktionierte, blieb er motiviert und machte unbeirrt weiter. Dieser Ehrgeiz war eine seiner größten Stärken.
Welchen Rat haben Sie für Schülerinnen und Schüler mit ähnlichen Zielen?
Schachner: Mein Rat lautet: Niemals aufgeben. Wer bereit ist, hart zu arbeiten, Rückschläge zu akzeptieren und immer sein Bestes zu geben, hat gute Chancen, seine Ziele zu erreichen. Ausdauer, Disziplin und Leidenschaft sind entscheidende Voraussetzungen für den Erfolg.
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