Seeräubertraum

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Volontärin · BG / Borg Liebenau
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27.09.2026
1 Min.
die wellen tosen im hafen, und es fahren die fischer hinaus. (Foto: Hector John Periquin auf Unsplash.)

die wellen tosen im hafen 
es fahren die fischer hinaus
da schaut ein mädchen verschlafen
durchs fenster aufs meer hinaus

die schiffe, sie schwanken im hafen
es sprudelt reißender schaum
ohne last und strafe
vorwärts, wie im traum 

durch blitz und donner schlagen
wasserwogen fein
ohne zu verzagen
trommelnd auf den stein

der wind bläst unverdrossen
durchs städtlein, da und hie
doch’s fenster bleibt verschlossen
und öffnet sich gar nie 

sie denkt sich, wie es wär
ihr schwarzes lockenköpfchen 
im großen weltenmeer 
mit tüchern zu bedecken

wie sie das ruder nimmt
malt sie sich täglich aus
den sorgen flink entrinnt
und nie mehr käm’ nach haus 

wie zärtlich doch der wind
ihr haar verwehen würde
entflohen wär’ geschwind 
der schönheit eitle bürde

nächtens würde sie dann leise
auf den mast raufsteigen
sänge alte seemannsweisen 
und unten spielten geigen 

mit dem säbel in der hand
und mit ihren leuten 
setzten sie ein schiff in brand
und griffen sich die beute

doch gleich da, inmitten von
gold und silber beidem
wüsste sie doch lange schon
es kann nicht lang so bleiben

denn die wellen tosen im hafen
und es fahren die fischer hinaus
und da schaut ein mädchen verschlafen
durchs fenster aufs meer hinaus

auf die schiffe, die schwankten im hafen
und den sprudelnd weißen schaum 
und träumt ohne last und strafe
weiter ihren traum


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