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Secondhand ist plötzlich überall: Warum gebrauchte Kleidung so beliebt ist

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TOP 100 Autorin
Volontärin · Gartenbauschule Langenlois
20.08.2026
3 Min.

Secondhand ist längst mehr als nur eine günstige Alternative zu neuer Kleidung. Immer mehr Menschen kaufen gebrauchte Stücke, um Geld zu sparen, besondere Teile zu finden oder bewusster zu konsumieren. 2025 haben bereits 73 Prozent der Österreicher:innen Secondhand gekauft. Was steckt hinter dem Boom?

Secondhand statt Fast Fashion: Gebrauchte Kleidung bekommt eine zweite Chance. (Foto: shutterstock)

Wer heute durch Einkaufsstraßen, über Flohmärkte oder durch Online-Plattformen schaut, merkt schnell: Secondhand ist beliebter denn je. Gebrauchte Kleidung wird längst nicht mehr nur gekauft, weil sie günstiger ist. Viele suchen gezielt nach besonderen Stücken, wollen Geld sparen oder bewusster auf neue Kleidung verzichten.

Der Trend lässt sich auch mit Zahlen belegen: Laut einer Studie des Handelsverbands haben 2025 bereits 73 Prozent der Österreicher:innen Secondhand gekauft. Mehr als ein Drittel möchte in Zukunft sogar noch häufiger gebrauchte Produkte kaufen. In Niederösterreich und dem Burgenland wurden dabei durchschnittlich 242 Euro pro Person und Jahr für Secondhand-Produkte ausgegeben – mehr als in allen anderen Bundesländern.

Doch warum wird gebrauchte Kleidung gerade jetzt so interessant? Ein Grund ist das wachsende Bewusstsein für die Probleme der Fast Fashion.

Warum Fast Fashion problematisch ist

Jeden Monat kommen neue Trends auf den Markt und ständig gibt es Kleidung für sehr wenig Geld. Das klingt zunächst gut, doch hinter den niedrigen Preisen stecken oft Probleme. Für die Herstellung von Kleidung werden viele Rohstoffe und große Mengen Wasser benötigt. Außerdem arbeiten Menschen in manchen Ländern für sehr wenig Geld und teilweise unter schlechten Bedingungen.

Wie groß das Problem ist, zeigt eine Zahl der Europäischen Umweltagentur: Im Jahr 2022 entstanden in der EU rund 6,94 Millionen Tonnen Textilabfälle. Das entspricht ungefähr 16 Kilogramm pro Person.

Viele Kleidungsstücke werden gekauft, obwohl man sie eigentlich gar nicht braucht. Wenn der nächste Trend kommt, landen sie schnell wieder im Schrank oder sogar im Müll. Genau hier bietet Secondhand eine Alternative.

Secondhand statt immer neu

Eine einfache Möglichkeit, bewusster einzukaufen, ist Secondhand. Kleidung, die bereits jemand anderes getragen hat, bekommt dadurch ein zweites Leben. In Secondhand-Läden, auf Flohmärkten oder online kann man nach besonderen Stücken suchen und findet dabei oft Kleidung, die nicht jeder hat.

Auch bei mir gibt es Kleidung, die ich von Geschwistern oder Verwandten bekommen habe. Was ihnen nicht mehr gepasst oder gefallen hat, konnte ich noch weitertragen. So musste dafür nicht extra neue Kleidung gekauft werden.

Secondhand bedeutet also nicht, dass man auf Mode verzichten muss. Im Gegenteil: Man kann seinen eigenen Stil finden, Geld sparen und gleichzeitig vorhandene Kleidung länger nutzen.

Aus Alt wird Neu

Auch Upcycling wird immer beliebter. Dabei wird alte oder kaputte Kleidung nicht einfach weggeworfen, sondern verändert und wiederverwendet. Aus einer alten Jeans kann zum Beispiel eine Tasche werden oder aus einem zu großen T-Shirt ein neues Oberteil.

Das macht Mode persönlicher. Statt immer etwas Neues zu kaufen, kann man selbst kreativ werden und etwas Einzigartiges schaffen. Außerdem bleibt ein Kleidungsstück länger im Gebrauch.

Kleidung braucht mehr als Stoff

Nachhaltige Mode bedeutet aber noch mehr als Secondhand oder selbst gemachte Kleidung. Es geht auch darum, bewusster über den eigenen Konsum nachzudenken: Brauche ich dieses T-Shirt wirklich? Werde ich es oft tragen? Wo wurde es hergestellt? Und kann ich es vielleicht reparieren, wenn es kaputtgeht?

Auch der Wasserverbrauch ist überraschend hoch. Für die Textilien, die EU-Haushalte kaufen, werden entlang der Lieferkette große Mengen Wasser eingesetzt. Dadurch wird deutlich, dass ein Kleidungsstück nicht nur aus Stoff besteht, sondern bereits bei seiner Herstellung Ressourcen verbraucht.

Mit unserer Kleidung zeigen wir deshalb auch, was uns wichtig ist. Wer bewusster einkauft und auf faire und langlebige Kleidung achtet, kann damit ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen und einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Umwelt setzen.

Nicht perfekt, aber bewusster

Natürlich kann nicht jeder komplett auf neue Kleidung verzichten. Nachhaltig zu leben bedeutet auch nicht, von heute auf morgen alles richtig machen zu müssen. Schon kleine Veränderungen können einen Unterschied machen: weniger kaufen, Kleidung länger tragen, reparieren, Kleidung weitergeben oder Secondhand ausprobieren.

Vielleicht ist genau das ein Grund, warum Secondhand gerade so erfolgreich ist. Man muss nicht komplett auf Mode verzichten, um bewusster zu konsumieren. Man kann weiterhin schöne Kleidung tragen – nur eben mit einer anderen Einstellung.

Der aktuelle Secondhand-Boom zeigt deshalb: Nachhaltige Mode ist längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Immer mehr Menschen entdecken, dass ein Kleidungsstück nicht neu sein muss, um wieder interessant zu sein. Vielleicht lohnt es sich beim nächsten Einkauf deshalb, zuerst nachzusehen, was schon da ist – oder was jemand anderes nicht mehr braucht.

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